Einst vor den Toren der Stadt gelegen, pulsierte später dort das Leben: Eberns Bahnhofsviertel.
Die Lebensader in Richtung Bamberg, das "Tor zur Welt", wie zur Inbetriebnahme der Strecke anno 1886 eine Schlagzeile lautete. Mit Post und Gasthof "Zur Post" , der vorher Hotel "Zur Eisenbahn" hieß, ein echtes Unter-Zentrum, wo nicht nur Stammgäste verkehrten, sondern auch Züge mit viel Personen- und Güterverkehr. Auf dem Bahnhofs-Areal, wo bald im Rossmann-Markt die feinen Düfte und Drogeriewaren verkauft werden, wurden einst die Baumstämme verladen.
Dort, wo sich jetzt im Edeka-Markt die Spirituosen-Ecke befindet, dürfte einstmals die Blechhütte des Branntwein-Monopols gestanden haben, wo in einem Kesselwagen der Bahn der Schnaps der Landwirte der gesamten Region angeliefert, begutachtet und gesammelt wurde. Eine Woche der Duftschwaden, da der Dunst des Hochprozentigen über die Bahnhofstraße waberte.
Unvergessen auch die langen Güterzüge mit Schotter vom Zeilberg für Großbaustellen in ganz Deutschland, die bisweilen von zwei Loks gezogen und geschoben werden mussten, um die träge Masse überhaupt zu bewegen.


Das Ende naht 2002

Mit der Fertigstellung der Verteilerspange 2002 nahte das Ende des Bahnhofs, da die Verlängerung und Überquerung zum Kapellenstegsweg die Bahnstrecke weiter verkürzte, nachdem zuvor erst der Personenverkehr (Mai 1988), danach der Güterverkehr (November 2001) auf der Schiene bis Maroldsweisach eingestellt worden war. Seit September 2004 endet die Strecke am Wohnmobilstellplatz.
Vom alten Bahnhof geblieben sind - zumindest am Anfang - die Fledermaus-Nester, die zur Bedingung für einen Marktbau gemacht wurden und eine Panzerverladerampe, deren Fertigstellen einher ging mit dem Abzug der schweren Panzer, 2004 folgte die gesamte Truppe. Vom einstigen Lagerhaus des Landwirtschaftlichen Vereins Ebern blieb keine Spur mehr, ebenso vom Lagerhaus der Baywa, das vor genau zehn Jahren, im Mai 2006, abgerissen wurde. Der Bahnhof folgte im April 2011.