Kein Auftakt nach Maß gelang dem ESC Haßfurt im ersten Spiel der Abstiegsrunde in der Eishockey-Landesliga. Mit 5:8 (1:1, 0:3, 4:4) verloren Kapitän Philipp Bates und Co. ihre Partie bei der 1b-Vertretung des EC Bad Tölz. "Das war heute das Gegenteil im Vergleich zum Derby in Schweinfurt", ärgerte sich ESC-Trainer Lubos Thür über die Leistung, die vor allem im Mittelabschnitt und zu Beginn des Schlussdrittels vieles vermissen ließ.
Denn immerhin waren die Teilergebnisse des ersten und letzten Drittels auf den ersten Blick noch in Ordnung, standen doch ein 1:1- und ein 4:4-Unentschieden zu Buche. Die zweiten 20 Minuten und die ersten zehn Minuten des letzten Abschnitts waren allerdings schlichtweg zum Vergessen. "Wir haben teilweise gespielt wie Kleinschüler", schimpfte Thür. Zwar brachte Georg Lang die Haßfurter, die aufgrund eines Staus verspätet eintrafen und nach nur kurzer Aufwärmzeit beginnen mussten, sogar in Führung (8.). Der Truppe von Coach Florian Zeller, verstärkt mit Spielern der Oberliga-Löwen sowie Junioren aus der Top-Nachwuchsliga DNL, gelang in Überzahl drei Minuten vor der ersten Pausensirene jedoch der 1:1-Ausgleich (17.).


Vier Tore in vier Minuten

"Keine Positionen gehalten, Mann gegen Mann überhaupt nicht. Dann kommt so etwas heraus", beschrieb Lubos Thür den zweiten schmerzhaften Abschnitt, der mit einem 1:4-Rückstand endete. Josef Reiter (25.), Rainer Suchan (26.) und Kilian Hinterdobler (35.) rissen die Hoffnungen der mitgereisten 20 ESC-Fans unter den offiziell 48 Zuschauern weit in den Keller. Es kam aber noch schlimmer: Durch weitere Treffer von Johann Rieger (41.), erneut Hinterdobler (48.) und Suchan (50.) steuerten die "Hawks" auf eine deftige Abfuhr zu. Mit vier eigenen Toren innerhalb von drei Minuten und 48 Sekunden gelang es Philipp Bates, Frederic Rambacher, David Franek und Jan Slivka (54., 55., 57., 58.) bei noch einem weiteren Bad Tölzer Gegentreffer zumindest noch, ein erträgliches Ergebnis zu erzielen. Hätte Slivka beim Stand von 8:5 zwei Minuten vor dem Ende noch einen Penalty verwandelt, wäre das "ESC-Wunder" vielleicht sogar noch möglich gewesen.
  "Es war einfach zu spät", sagte Lubos Thür über die Aufholjagd zehn Minuten vor dem Ende. "Wir haben einfach zu spät wieder angefangen, einfaches Eishockey zu spielen." Unterschätzt habe man den Gegner freilich nicht. "Die hatten eine gute Mannschaft", gratulierte der 50-Jährige fair zum letztlich verdienten Sieg und stellte fest: "Wir haben uns das Spiel letztlich selbst kaputt gemacht." Mit der Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Marco Hildenbrand war er dagegen gar nicht einverstanden. Nach einem zwar harten, aber völlig regelkonformen Check musste der Siegtorschütze vom Derby in Schweinfurt das Eis verlassen. Für Thür völlig überzogen: "Das war ein ganz normaler Check, meiner Meinung nach nicht einmal eine Zwei-Minuten-Strafe."
Hildenbrand steht nun im nächsten Auswärtsspiel beim EHC Bad Aibling am Mittwoch, 6. Januar, nicht zur Verfügung. Dort wollen die "Hawks" trotzdem nicht erneut leer ausgehen, um nicht bereits nach zwei Partien mit dem Rücken zur Wand zu stehen.
ESC Haßfurt: Mart. Hildenbrand, Tscherepanow - Marc. Hildenbrand, Ankenbrand, Stahl, Rambacher - Kinereisch, Wildenauer, Els, Slivka, Lang, Stach, Franek, Dietrich, Bates / SR: Fröhlich, Hohenadl / Zuschauer: 48 (20 aus Haßfurt) / Tore für Haßfurt: 0:1 (8.) Lang (Ankenbrand), 7:2 (54.) Bates (Slivka) 3-5, 7:3 (55.) Rambacher (Slivka) 4-5, 8:4 (57.) Franek (Bates), 8:5 (58.) Slivka (Franek) / Strafzeiten: Bad Tölz 1b 20 plus Disziplinarstrafe gegen Rieger / Haßfurt 15 plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Marc. Hildenbrand