Er war reich an Höhepunkten, das Konzert des Gesangvereins Neuenreuth im Bräuwerck. Dabei verlangte Manfred Bauriedel seinen Aktiven mit schwierigem Liedgut einiges ab. Dass da mal eine Tonlage zu tief gesungen wurde und der Chor etwa die Souveränität verlor, sei verziehen.
Man sollte auch in diesem Fall der stattlichen Sängerschar ein umfassendes Kompliment machen. Denn sie steigerte sich von Lied zu Lied, kam wie verwandelt auf die Bühne und strahlte Esprit und Güte aus.
Die Gemeinde Neudrossenfeld ist Außenstelle der Landesgartenschau und damit war das Motto schnell gefunden: eine musikalische Gartenschau, in der die Blumen in reicher Pracht melodisch blühten. "Das Heidenröslein" entpuppte sich als wahres Meisterstück in feiner Dosierung und blendender Akzentuierung. Aber es ging noch mehr.
Einen sechsstimmigen Chorsatz müssen Laiensänger erst einmal bewältigen, mit der Weise "Wo Engel Blumen sind" gelang ihnen das vorzüglich. Da passte jeder Ton, jeder Einsatz, zeitweise breitete sich Melancholie wie ein Mantel über das Erwachen der Natur.
Und das französische Volkslied "Ich ging durch meinen Garten hin" war eine Hommage an Unbeschwertheit, an Swingendes mit all seinen Nuancen und Facetten. Die einfühlsame und dennoch starke Hand von Manfred Bauriedel führte den gemischten Chor zu neuen Höhen, sofort nach dem Schlussakkord brandete lang anhaltender Beifall auf.
Was bleibt noch in Erinnerung? Der perfekt schnarrende Abgang der "Taubennessel", sehr eigen und ungewohnt. Dennoch ein Lichtstreifen am Horizont. Und das nett, humorvoll und mit Verve intonierte "Mein kleiner, grüner Kaktus". Schon oft gehört, die Neuenreuther setzten aber mit ihrer profunden Sprache eine Wegmarke.
Sie verabschiedeten sich mit einem Blick voller Optimismus in eine vielleicht nicht so reale Welt. "Sie ist wunderschön", stimmte der Chor an, aus den Augen blitzte das Vergnügen, und die Stimmen passten sich diesem Gefühl an. Der Chor "Mainthal" machte seinem Ruf alle Ehre. Bauriedel lehnte sich zufrieden zurück, der anfängliche Fauxpas war vergessen.
Eine Garnierung gab es auch im Bräuwerck. Das Vokalquartett FreiSing mit Tanja Schaller, Ursula Brückner, Matthias Pitroff und Uli Grampp hatte es nicht leicht, sein Können im Töne schluckenden Saal zu offenbaren.