Martin Kreklau

Auf den ersten Blick gibt es im Kegler-Bundesliga-Derby zwischen dem SKC Victoria Bamberg und dem SKC Staffelstein keinen Favoriten. Beide Teams liegen in der Tabelle gleichauf, zumindest was die Statistik betrifft - elf Siege, zwei Niederlagen, 73 Mannschaftspunkte und 22:4 Gesamtzähler. Es ist also das direkte Duell um den zweiten Tabellenplatz - und es geht darum, welches der beiden Teams aus Oberfranken dem souveränen Tabellenführer aus Zerbst auf den Fersen bleibt.
"Es ist jedes mal eine Herausforderung im Spiel gegen den Erzrivalen eingesetzt zu werden", sagt Bernd Schwarz vom SKC Staffelstein. Von den vergangenen drei Duellen entschied eins Staffelstein für sich, eins Bamberg, eins endete Remis. "Die Statistik zeigt, das es immer wieder ein brisantes und spannendes Spiel ist", sagt Schwarz.
"Über den Ausgang dieser Partie entscheidet allein die Tagesform jedes einzelnen Akteurs. Vor allem bei dieser kurzen 120-Wurf-Distanz wird dir kein Fehler verziehen", erklärt der Staffelsteiner. Er und seine Mannschaft seien ob des Derbys hoch motiviert und wollen mit voller Konzentration in die Begegnung gehen. "Am Ende wird sich zeigen, wer die Nerven behält", sagt Schwarz.
Hans-Karl Brütting, Trainer und Macher des SKC Staffelstein, sieht das Duell mit dem vermeintlichen Erzrivalen nicht ganz so verbissen: "Klar, es ist ein Lokalderby, aber für mich persönlich hat es keinen besonderen Stellenwert. Letztlich ist es ein Spiel wie jedes andere. Wir müssen nicht unbedingt gewinnen - solange wir oben mitspielen, sind wir absolut zufrieden." In einem Punkt ist er sich mit Schwarz aber einig: "Es wird in erster Linie auf die Tagesform ankommen. Aber Bamberg ist Favorit, das steht außer Frage. So oder so haben Lokalderbys ihre eigenen Gesetze - das ist nicht nur beim Fußball so, sondern auch beim Kegeln."


Neue Bahn eine Wundertüte

Die Staffelsteiner lernen zum ersten Mal die neue Bahn des SKC Victoria Bamberg kennen, auf der die Gastgeber seit dieser Saison antreten. Brütting hat sie noch nicht inspiziert, allerdings schon einiges darüber aufgeschnappt: "Die neue Bahn in Bamberg kenne ich persönlich noch nicht, ich habe aber gehört, dass sie sehr gut fällt. Es sind also hohe Ergebnisse zu erwarten."
Bei den Bambergern dürften, vom Heimschnitt ausgegangen, Florian Fritzmann (647), Dominik Kunze (631) und Nicolae Lupu (635) gesetzt sein. Außerdem könnten Manuel Weiß (617) und der Ex-Staffelsteiner Miroslav Jelinek (613) zum Einsatz kommen. Dahinter warten Christian Jelitte (609), Julian Hess (606) und Uwe Wagner (614).
Bei den Staffelsteinern wird aller Voraussicht nach die Startformation aus der vergangenen Partie wieder zum Einsatz kommen: Jürgen Zeitler, Torsten Reiser, Jaroslav Hazva, Florian Bischoff und Bernd Schwarz. Mit dabei ist auch Cosmin Carciun, ein alter Bekannter der Bamberger. In welcher Reihenfolge die Gäste antreten, wird sich wie üblich erst kurz vor dem Spiel entscheiden, das am Samstag um 13 Uhr in Bamberg beginnt.
Auch bei den Bambergern ist man sich der Bedeutung des Spiels bewusst: "Wir spielen jetzt gegen Staffelstein, anschließend in Zerbst und dann zuhause gegen Belgrad, wo wir uns den Traum vom Champions-League-Finale in Bamberg erfüllen möchten. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Duell mit Staffelstein. Wir wissen, über welches Potenzial unser Gegner verfügt und müssen daher eine ähnliche Leistung wie in Belgrad abrufen, wenn wir diese Herausforderung bestehen wollen", sagt Victoria-Trainer Bela Csanyi.