Anette Schreiber

Respekt und heftigen Applaus erhielten die Damen stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die sich in der Gemeinde für die hier untergebrachten Flüchtlinge engagieren. Ob ihr Appell, den jungen Männern auch privaten Wohnraum zu vermieten, fruchtet, wird sich erst noch zeigen müssen.
Ein Punkt der von Erstem Bürgermeister Gerd Schneider (parteifrei) geleiteten Gemeinderatssitzung war den in Memmelsdorf lebenden Flüchtlingen und dem Helferkreis, der sie ehrenamtlich unterstützt, gewidmet. Maike Schlicher und Heide Marie Groß sowie Eva-Maria Eibicht (Awo Bamberg) berichteten über das vielfältige Wirken des Helferkreises "Hand in Hand in Memmelsdorf".
Wie Maike Schlicher ausführte, hatte der Helferkreis - "wir sind kein Verein" - mit 60 Aktiven begonnen, derzeit gebe es 20. Es gebe verschiedene Arbeitskreise, die sich mit Themen wie Deutschunterricht, Kleidung, Sport, Fahrräder und Verkehrserziehung, Patenschaften, Integration und Begegnung, Beschäftigung und Arbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit befassen. Man begleite die Bewohner der Unterkunft beispielsweise zu Rechtsanwälten und Ärzten.
Wie Eibicht weiter ausführte, seien 21 Bewohner in der Zwischenzeit anerkannt und ausgezogen. Derzeit leben sechs Syrer und zwei Afghanen in der Unterkunft. Es habe insgesamt drei Polizeieinsätze gegeben. Einmal habe sie selbst die Polizei gerufen. 14 pubertierende junge Männer ohne Eltern, da habe sich verbal etwas hochgeschaukelt und sie hatte den Eindruck, das alleine nicht hinzubekommen.


Wichtiger Treffpunkt

Zu einem wichtigen Treffpunkt sei das Cafe International im Pfarrzentrum geworden. Gegründet habe sich auch ein Arbeitskreis Haustechnik als Unterstützung für den Hausmeister. Sie bedauerte, dass die Flüchtlinge kaum Kontakt zu den Nachbarn haben.
Diese Ausführungen ergänzte Heide Marie Groß vom Arbeitskreis Patenschaften. So helfen dessen Mitglieder bei der Wohnungssuche, bieten hier Begleitung. Sie fühle sich gegenüber dem Vermieter als eine Art Bürge. Deswegen übernehme sie Patenschaften, um den Menschen besser kennenzulernen. Sie selbst sei aktiv interessiert, "dass sich der junge Mann in Deutschland ein Leben aufbauen kann". Viele der anerkannten Flüchtlinge würden gerne in Memmelsdorf bleiben, "ihnen gefällt es hier."
Doch sei es schwer, hier Wohnungen zu finden. Deswegen suche man auch im Landkreis Wohnungen jeder Größe.
Beim Auszug aus der Unterkunft, so Groß weiter, bleibe man im Hintergrund und aufmerksam. Es handle sich schließlich um einen jungen Mann (Anfang bis Mitte 20), der noch lernen muss, was zu tun ist, wenn man eine eigene Wohnung hat. Jetzt müsse sich zeigen, "ob wir offen sind für Integration", ergänzte Maike Schlicher.


Unterstützung zugesichert

Bürgermeister Schneider dankte für die Infos und den Austausch und versprach "wir stehen gerne weiterhin zur Seite".