von unserem Redaktionsmitglied Udo Schilling

Rapperswil — Nichts wurde es mit dem Hattrick von Andreas Dreitz. Der Michelauer Triathlet vom Team Erdinger-alkoholfrei musste sich beim Ironman 70.3 im schweizerischen Raperswil nach seinen beiden Auftaktsiegen auf Fuerteventura und Mallorca diesmal mit Rang 6 zufrieden geben. Es gewann Boris Stein aus Eitelborn im Westerwald nach 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und einem Halbmarathon (21 km) in 3:44:42 Std. vor den beiden Schweizern Ruedi Wild (3:45:31) und Mike Aigroz (3:46:31).
Der Deutsche hätte das Rennen kaum spannender gestalten können. Sein Vorsprung war nie größer als 50 Sekunden.
Stein hatte einen holprigen Saisoneinstand mit einer Erkältung und einem Sturz, kam aber vor zwei Wochen mit Rang 5 beim Ironman 70.3 in Pays d'Aix auf Touren. Stein schloss mit dem Sieg mit dem Ironman 70.3 in der Schweiz seinen Frieden, nachdem der Wettkampf im vergangenen Jahr wegen eines Erdrutschs auf der Radstrecke abgebrochen worden war, als Stein das Rennen angeführt hatte.
Andreas Dreitz sah Stein gestern als den Mann des Tages. Stein hatte nach dem Schwimmen einen Rückstand von knapp drei Minuten. Es führte eine sieben Mann große Spitzengruppe um die Schweizer Mike Aigroz, Ruedi Wild, Ronnie Schildknecht und die Deutschen Georg Potrebitsch und Sebastian Neef. Andreas Dreitz stieg mit einem Rückstand von 1:15 Min. auf die Führenden aus dem Zürichsee.

Dreitz kommt auf Rad nicht ran

Zwar hatte Stein auf der Radstrecke schnell die Rolle des ersten Verfolgers der sieben Spitzenleute übernommen und rückte bis auf rund 40 Sekunden an die Spitze heran, dann aber bemühte sich in der Führungsgruppe vor allem der Deutsche Sebastian Neef vermehrt um die Tempoarbeit - und Stein verlor zwischenzeitlich wieder etwas Zeit. Es dauerte rund 60 Kilometer, bis der Westerwälder als Solist zur Spitzengruppe aufschloss. Er hielt auch die weiteren Verfolger um Michael Göhner, Andreas Dreitz und den Belgier Bart Aernouts vor dem Laufen auf Distanz. "Die Führenden haben auf dem Rad sehr hart in die Pedale getreten, sodass ich sie nicht mehr einfangen konnte", sagte der Michelauer hinterher.
Beim Halbmarathon setzte Stein dann unmittelbar auf kontrollierten Angriff - und sich selbst, auch dank eines schnellen zweiten Wechsels, sofort an die Spitze. Die Verfolger aus der Schweiz allerdings ließen den Deutschen nicht aus den Augen: 20 Sekunden betrug der Rückstand des Duos Ronnie Schildknecht und Jan van Berkel nach drei Kilometern, nach sieben Laufkilometern gesellte sich auch noch der Eidgenosse Ruedi Wild zur ersten Verfolgergruppe. Der behauptete aber einen knappen etwa 35 Sekunden großen Vorsprung zur Konkurrenz. Den vergrößerte Stein zwischenzeitlich bis auf 50 Sekunden, ehe Wild sein Glück in der Flucht suchte. Er löste sich nach rund 13 Kilometern von seinen Begleitern, lief bis drei Kilometer vor dem Ziel wieder bis auf etwa 30 Sekunden an den Führenden heran. Stein hatte aber noch Reserven, verteidigte seine Spitzenposition auch über die letzten Meter und gewann am Ende mit 48 Sekunden Vorsprung vor Wild, der mit 1:10:04 Std. die beste Laufzeit lieferte.
Dreitz lief, mit fünf Minuten Rückstand auf die Laufstrecke gestartet, noch bis auf Rang 6 nach vorne und war sehr zufrieden mit seinem Resultat: "Ich habe mit 1:10:34 Stunden eine der besten Laufzeiten des Feldes erzielt. Besonders freue ich mich über Rang 3 meines Teamkollegen Mike Aigroz nach dessen langer Verletzungspause."