Bischofsheim — Ein großes und wichtiges Projekt steht in den drei Pfarreiengemeinschaften "Immanuel, Oberelsbach", "Die Walddörfer, Sandberg" und "Am Kreuzberg, Bischofsheim" an. Ab 1. Februar 2017 werden sich die drei Pfarreiengemeinschaften freiwillig zu einem pastoralen Verbund zusammenschließen.
Der Zusammenschluss der drei Pfarreiengemeinschaften ist ein erster Meilenstein in der viel diskutierten Pastoral 2030 der Diözese Würzburg. Für das Dekanat Bad Neustadt war bisher stets offiziell die Rede von drei Mittelzentren in Bad Neustadt, Bad Königshofen und Mellrichstadt. Die drei Pfarreiengemeinschaften der oberen Rhön wären wohl einer möglichen Großpfarrei Bad Neustadt zugeschlagen worden. Allerdings wurde bei Bekanntgabe der Entwicklung aus der Rhön der Vorschlag gemacht, mit den Gemeinden um den Kreuzberg eine eigene pastorale Einheit einzurichten.


Zu weit weg von Bad Neustadt

"Wir sind zu weit weg von Bad Neustadt. Unsere Gemeinden haben eine völlig andere Struktur, wir sind auf dem Land", sagte Sandbergs Pfarrer Grütz in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bischofsheims Pfarrer Manfred Endres.
Auch wenn es langfristig möglicherweise nicht zu vermeiden sei, dass die Entwicklung in Richtung Bad Neustadt gehe, sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. "Es würde viel zu schnell gehen", betonte Grütz. "Wir wollen den Weg der kleinen Schritte gehen", ergänzte Pfarrer Endres.


Breite Zustimmung

Die Idee, einen freiwilligen pastoralen Zusammenschluss zu realisieren, stieß letztlich bei den Verantwortlichen im Bistum auf offene Ohren. Nach dem Weggang von Oberelsbachs Pfarrer Andreas Bosl und der vorübergehenden Administration durch Dekan Andreas Krefft in der dortigen Pfarreiengemeinschaft wurde nun die Administration zum ersten Adventssonntag, dem Beginn des Kirchenjahres, auf Pfarrer Grütz übertragen.
Aufgrund der Weihnachtszeit und bereits geplanter Gottesdienste wird jedoch die Gottesdienstordnung bis Ende Januar nicht verändert. Ab Februar folgt dann der gemeinsame Weg zum gegenseitigen Kennenlernen und Zusammenwachsen.
Pfarrer Grütz und Pfarrer Endres machten deutlich, dass künftig in der neuen Seelsorgeeinheit nicht sie alleine die Entscheidungen für die drei Pfarreiengemeinschaften treffen. Sie sehen sich als Teil eines Teams, zu dem die Hauptamtlichen (Priester, Diakon, Pastoralreferenten und Gemeindereferenten), die Sekretärinnen der Pfarrbüros und gerade auch sogenannte Laien und ehrenamtlich Aktiven zählen.


Eigenständigkeit erhalten

Ziel sei es, in dem Verbund die drei Pfarreiengemeinschaften nicht aufzulösen, sondern in ihrer Eigenständigkeit mit ihren Besonderheiten zu erhalten. Pfarrer Endres betonte: "Was in den Gemeinden möglich und was vorhanden ist, soll erhalten bleiben und gelebt werden. Wir geben Hilfestellung und Unterstützung, wo sie benötigt wird. Allerdings müssen wir genau hinschauen und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird nicht mehr alles möglich sein." "Eine versorgte Kirche wie bisher werde es nicht mehr geben können", erklärte Endres weiter. Das sei eine große Chance für jeden Einzelnen, Kirche vor Ort mitzugestalten. "Jeder ist aufgerufen, sich einzubringen und mitzumachen, mitzureden und mit zu entscheiden."


Sorgfältig alles vorbereiten

Den beiden Geistlichen liegen gute Planung und sorgfältige Vorbereitung am Herzen. Vieles müsse bedacht werden: Ziele müssten genau abgesteckt, Probleme frühzeitig erkannt und Abläufe abgestimmt werden. Damit die Seelsorgegemeinschaft gelinge, sei es unumgänglich, mit den Menschen den Weg zu gehen, sind sich beide Geistlichen einig. "Alle haben Begabungen und Fähigkeiten, die sie einbringen können. Wenn die Menschen nicht einbezogen werden, dann ist das Projekt von vorneherein zum Scheitern verurteilt", so Pfarrer Endres.