Der Landkreis Coburg wird das Technologietransferzentrum Automotive der Hochschule Coburg (TAC) in den Jahren 2017 bis 2019 mit jeweils 20 000 Euro unterstützen. Das hat der Kreisausschuss bei seiner gestrigen Sitzung ohne Gegenstimme beschlossen.
Warum er die Unterstützung der Kommunen braucht, erläuterte TAC-Leiter Jürgen Krahl gemeinsam mit seinem Vertriebschef Wilhelm Völker dem Ausschuss: Insbesondere für die Verwaltung und organisatorischen Arbeiten braucht das Institut einen finanziellen Grundstock. Von 200 000 Euro pro Jahr geht Krahl aus, wobei als Zuschussgeber bislang unter anderem Stadt und Landkreis Coburg, der Landkreis Kronach sowie die Oberfrankenstiftung aktiv waren. Die Mittel für die Forschung will das TAC-Team über Projekte aus und mit der Wirtschaft generieren. Nach Angaben von Krahl hat sein Institut seit seiner Gründung 2008 rund 5,5 Millionen Euro Fördergelder in die Region geholt.
Ein Beispiel für die erfolgreiche Arbeit des Technologiezentrums ist der R 33-Dieselkraftstoff, der enorme mediale Aufmerksamkeit in ganz Deutschland erhielt. Einen ähnliches Ziel strebt Krahl mit der Gründung einer "Kraftstoffmodellregion Coburg" an. Noch in diesem Monat soll dazu eine Auftaktveranstaltung stattfinden, Partner des Projektes sind unter anderem die großen Automobilhersteller BMW und VW. "Mit zehn Millionen Euro Forschungsmitteln", zeigte sich Krahl optimistisch, könne man dabei durchaus rechnen.


Impulse und Effekte

Obwohl es sich bei der finanziellen Unterstützung des TAC um eine freiwillige Leistung des Landkreises handelt, gab es im Kreisausschuss keine Zweifel an deren Notwendigkeit. "Wir bekommen hier sinnvolle Impulse für Wirtschaft und Forschung", sagte Landrat Michael Busch (SPD). Zwar sei bei der Gründung des Technologietransferzentrums einst das Ziel ausgegeben worden, dass dieses sich irgendwann einmal finanziell tragen müsse - doch bis dahin werde es wohl noch ein bisschen dauern. "Wir sehen deutlich, dass dies derzeit noch schwierig ist", räumte der Landrat ein. Auch Rainer Mattern (CSU) sah keinen Grund, den Zuschuss trotz knapper finanzieller Mittel des Landkreises zu streichen: "Wir sehen die positiven Effekte für die Region."