Eingangs der Sitzung holte Bürgermeister Egon Herrmann drei Ehrungen von Ehrenamtlichen nach. Die Ehrenmedaille der Gemeinde Weißenbrunn wurde an Hans Preinl, Friedrich Thaler und Matthias Trukenbrod für herausragende Verdienste im ehrenamtlichen Engagement um die Gemeinde Weißenbrunn verliehen.
Der Haushalt 2017 der Gemeinde Weißenbrunn wurde in der Sitzung am Dienstag gegen die Stimmen von Klaus Hannweber und Christian Höfner angenommen. Zwar wurde das Zahlenwerk schon in einer Finanzausschusssitzung vorberaten und auch ein Beschlussvorschlag für die Haushaltssatzung einstimmig ausgearbeitet, doch in der Ratssitzung gab es Kritik, hauptsächlich von Christian Höfner (FW) und Klaus Hannweber (FW). Sie hätten gerne einen Passus aufgenommen gehabt, dass, wenn Mehreinnahmen oder Minderausgaben entstehen, die Friedhofskultur verbessert werde.
Für einen Jugendtreff am Brunnen seien 750 000 Euro in 2017 angesetzt, das wird heuer sicher nicht kommen, meinte Hannweber. Höfner fand es schade, dass das Feuerwehrauto erst 2018 angeschafft werden soll. Er habe außerdem vor Jahren schon angeregt, der Bauhof könne bei entsprechender Organisation effizienter arbeiten. Das Einverständnis zum Haushalt sei bei den FW grundsätzlich vorhanden, allerdings wollte dies Höfner mit einer Änderung des Ansatzes für Friedhofsanierungen verbunden wissen. Auch Herbert Spindler (FW) bat darum, den vielen unzufriedenen Friedhofsbesuchern ein Signal zu geben.
Bürgermeister Herrmann hingegen wollte am Haushalt, in dem 10 000 Euro für Friedhofssanierung angesetzt sind, nichts ändern. Vielmehr schlug das Gemeindeoberhaupt eine Finanzausschusssitzung für September vor, in der man über diesen Punkt Friedhöfe beraten könne.
Klaus Hannweber meinte, "für die FW ist es nicht einfach, diesen Spagat mitzumachen". Die Haushaltssituation sei schlecht und äußerst angespannt. Er berief sich dabei auf den Vorbericht zum Haushalt 2017 aus dem klar hervorgehe, dass die Gemeinde Weißenbrunn nicht in der Lage ist, ihren Schuldendienst ohne Kreditaufnahme leisten zu können. Zum Haushaltsausgleich ist eine Kreditaufnahme von 439 660 Euro nötig. Die Schulden können um rund 76 000 Euro auf 6,402 Millionen Euro zum 1. Januar 2018 reduziert werden. Was den Bürgermeister optimistisch stimme, sei einen genehmigten Etat 2017 zu bekommen. Günther Oßwald (SPD) meinte zur Friedhofsdiskussion, "wir können uns jetzt nicht anmaßen, eine Friedhofsanierung vorzuziehen". Klaus Ruppert (CSU) sah die Priorität darin, einen genehmigten Haushalt zu bekommen, damit die Gemeinde selbst wieder etwas Spielraum bekomme und frei entscheiden könne. Wenn wir das Feuerwehrauto 2018 anschaffen können, dann ist das in Ordnung. Seiner Meinung nach habe man für Kanäle und Brücken zu wenig Haushaltsmittel angesetzt. Auch die CSU war für Sanierung der Friedhöfe, sehe sich aber kompromissbereit.
Die Finanzplanung für 2018 bis 2020 wurde einstimmig gebilligt.
Zwei Bauanträgen konnte das gemeindliche Einvernehmen erteilt werden: dem Neubau einer Lagerhalle in Reuth und dem Neubau eines Milchviehlaufstalles in Gössersdorf.
Claudia Ringhoff stellte das Modellprojekt "Aktive Bürgerschaft" vor. Die Gemeinde signalisierte grundsätzlich Interesse an einer Zusammenarbeit. eh