von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Presseck — Der aktuelle Haushalt des Marktes Presseck ist ein Haushalt, der viele Wünsche offen lässt, der sich auf die Pflichtaufgaben konzentriert. Und dennoch müssen Kredite in Höhe von fast 400 000 Euro aufgenommen werden.
Der Haushalt, den Kämmerer Frank Wunner ausgearbeitet hat, ist ein Haushalt, der so gar keinen Jubel auslöst. Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 2,605 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt ein Volumen von 894 000 Euro. Allerdings ist im aktuellen Haushaltsjahr keine Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt vorgesehen, erklärte Kämmerer Frank Wunner und zeigte auch gleich die problematischen Posten auf. So könne die Sanierung der Fabrikstraße, die schon jahrelang aufgeschoben wurde, weil immer die Eigenmittel nicht aufgebracht werden konnte, endlich angegangen werden. Auf die Gesamtkosten von 250 000 Euro gebe es Fördermittel in Höhe von 225 000 Euro.
Für die Sanierung des alten Rathauses fallen 150 000 Euro an. Doch die Diakonie, die darin untergebracht ist, sei ein Mieter, den man gerne behalten möchte, erklärte Bürgermeister Siegfried Beyer (CSU). Man müsse das Baugebiet von Bayerngrund ablösen, wolle einen barrierefreien Zugang zum Ärztehaus und eine Umstellung auf eine Gasheizung bewerkstelligen. Der Kämmerer gab zu, dass der Haushalt nur ausgeglichen werden kann, wenn ein Kredit in Höhe von 367 000 Euro und ein weiterer Kredit in Höhe von 28 000 Euro aufgenommen werden.
Im Verwaltungshaushalt macht sich der immense Einbruch der Gewerbesteuer bemerkbar. Die Gewerbesteuer in Presseck hat sich von 230 000 Euro auf 150 000 Euro verringert. "Das macht uns schwer zu schaffen ", merkte Wunner an. Zwar erhält der Markt Presseck mit 944 000 Euro (im Vorjahr waren es 911 000 Euro) mehr Schlüsselzuweisungen. "Aber uns geht es auch schlechter", erklärte der Kämmerer.

Immense Personalkosten

Schon allein die Personalkosten, die der Markt Presseck zu leisten hat, sind immens: Sie schlagen mit 342 000 Euro zu Buche - nur im Bereich allgemeine Verwaltung. Hinzu kommen mehr als 63 000 Euro für ehrenamtliche Tätigkeiten, Personalkosten für den Schulbereich in Höhe von 83 700 Euro und für den Bereich öffentliche Verwaltung und Wirtschaftsförderung in Höhe von 159 600 Euro. Sorgen machen dem Kämmerer auch die sinkenden Kanalnutzungsgebühren, weil alle Wasser sparen. "Wir haben Stabilisierungshilfe beantragt, aber die Zusage bekommen wir erst im Oktober", so Wunner.
"Dieser Haushalt hat uns einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Aber wir haben auch einige Investitionen eingeplant. Wir haben lange die Fabrikstraße vor uns hergeschoben, jetzt wollen wir die Sanierung in Angriff nehmen", erklärte Bürgermeister Siegfried Beyer (CSU). "Wir blicken nach vorne, trotz finanzieller Engpässe", fasst Raimund Grass (CSU) den Haushalt zusammen. Das Grundproblem, das Presseck habe, sei die geringe Einwohnerzahl von 1800 Menschen in der drittgrößten Flächengemeinde im Landkreis. "Und die Fläche kostet", so Grass.
"Wir bewegen uns in die richtige Richtung, weil wir das, was jahrelang liegen geblieben ist, jetzt in Angriff nehmen", sagte Gerd Leinfelder (SPD) zum Haushalt. Doch er sah auch weiteren Handlungsbedarf. Als nächstes müsse man andenken, die Schule barrierefrei zu machen und den Marktplatz zu sanieren. "Lasst uns in diesem Tempo weitermachen"; so Leinfelder.
"In dem Haushalt sind keine Luftnummern drin. Er ist mit realistischen Zahlen erstellt. Aber es bleiben viele Wünsche offen. Unsere Straßen sind kurz vorm Kollabieren", sagte Stefan Sigmund (FW).
Schließlich erließen die Marktgemeinderäte einhellig die Haushaltssatzung und beschlossen die vorgeschlagene Kreditaufnahme.