Eine harte Nuss hatte der Gemeinderat zu knacken, als es um die Mehrkosten für die Dorferneuerung in Rossach ging. Gegenüber der ursprünglichen Planung hat man es nun mit einem Kostenpaket in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro zu tun. Es galt, eine Vereinbarung über die Kostenbeteiligung der Gemeinde zu beschließen.
Baudirektor Hans Rainer Albart vom Amt für Ländliche Entwicklung sowie Ingenieur Kühnel stellten die Grundzüge einer überarbeiteten Planung vor. Nach den Worten von Bürgermeister Udo Siegel sei es nun an der Zeit, die Kostenberechnung zu verabschieden, um in 2017 mit dem Bau beginnen zu können. Die Dorferneuerung sei schon 2007 Thema im Gemeinderat gewesen. Im nächsten Jahr will man endlich damit beginnen. Schließlich können man sich jetzt noch Zuschüsse von 65 Prozent sichern.
Hans Rainer Albart berichtete, man habe in diesem Jahr mit dem Bau beginnen wollen, doch die Sanierung der Ortsstraße gestalte sich schwieriger, als gedacht. So mache das sehr geringe Gefälle der Straße schöne Ideen zur Entwässerung zunichte, zum anderen stellt das eingebaute Material, nämlich Teer, ein nicht unerhebliches Entsorgungsproblem dar. In Summe betrachtet, sei der Vollausbau auf lange Sicht günstiger als eine Sanierung. Die Grundstückseigentümer hätten alle den Vorteil, dass ihre Einfahrten nicht höher gelegt werden müssen, und die Gemeinde hätte das Problem mit der Entsorgung auf kostengünstige Weise vom Hals, da das Amt sich auch an diesen Kosten beteiligen würde. Ferner könnten Arbeiten an der Wasserleitung miterledigt werden.


Sichelförmige Wasserfläche

Die neueste Planung sieht für den Dorfplatz vor, dass dort eine sichelförmige Wasserfläche angelegt werden soll, mit einer Steineinfassung, die zugleich Sitzgelegenheit sein soll, und mit Wasserzulauf aus dem Brunnen vor dem Brauhaus. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, ins Wasser zu platschen. Der "i-Punkt" soll verschwinden, stattdessen sollen zwei Pergolen entstehen und die Schaltkästen hinter einer Holzverschalung unsichtbar werden. Der Projektbereich wurde im Süden um 50 Meter erweitert, Hirtenberg und Fuchsgraben sind dazu gekommen. Der Aufgang zur Kirche wird neu gestaltet. Verworfen hat man die Gestaltung mit Mittelrinnen zur Entwässerung, da sieht man Probleme beim Winterdienst. Die Ortsdurchfahrt wird mit fünf Metern Breite angelegt, wo sich auch große Fahrzeuge begegnen können.
Aus dem Gremium gab es zahlreiche Rückfragen, was die einzelnen Maßnahmen kosten mögen. Generell vermisste man eine detaillierte Kostenaufschlüsselung. Man war auch der Meinung, dass die alte Planung nur auf groben Schätzungen beruht habe und viele Dinge nicht berücksichtigt waren, die bei der konkreten Bauausführung von Wichtigkeit sind. Baudirektor Albart verschwieg nicht, dass bei gestiegenen Baukosten auch höhere Planungskosten für die Gemeinde anfallen werden. Genaue Preise werde man nach den Ausschreibungen erfahren.
Nach längerer Diskussion im Gremium stimmten die Räte bei zwei Gegenstimmen für die Vereinbarung über die Kostenbeteiligung der Gemeinde. Der Zuschuss in Höhe von 65 Prozent ist damit gesichert.