von unserer Mitarbeiterin 
christiane Reuther

Knetzgau — Das Leben hat es der Knetzgauerin Dora Krebs nicht immer leicht gemacht. Aber sie hat sich nicht unterkriegen lassen. In geistiger und körperlicher Frische beging sie am Maifeiertag im Kreise ihrer Familie den 95. Geburtstag.

Es kam "alles ganz anders"

Dora Krebs, eine geborene Mergenthaler, ist als ältestes von vier Geschwistern in Knetzgau aufgewachsen. Nach der Schulzeit hat sie zunächst in Würzburg in einem Krankenhaus gearbeitet. "Durch die Kriegswirren ist alles ganz anders gekommen", erinnert sich die rüstige Jubilarin.
Von der Stadt ging es wieder zurück in das Elternhaus auf dem Land. In ihrem Heimatort Knetzgau packte sie tatkräftig in der Landwirtschaft mit an, die von ihren Eltern betrieben wurde. Sie hat dann ihren Ehemann Franz Krebs geheiratet.
Das Eheglück war der heute 95-Jährigen nicht lange vergönnt. "Ich war schon sehr jung Witwe", berichtet Dora Krebs. Im Jahr 1942 ist der Ehemann bei seinem Kriegseinsatz in Russland gefallen. "Es waren keine leichten Zeiten", erzählt Dora Krebs. Denn nun galt es, sich selbst und die kleine Tochter, die sich an den Vater gar nicht mehr erinnern kann, zu versorgen. Die Familie von Tochter Finni und Schwiegersohn Winfried Mahr ist mittlerweile um drei Enkel und einen Urenkel angewachsen.
Dora Krebs war im Familien- und Bekanntenkreis sehr geschätzt für ihre Koch- und Backkünste. Sie hat noch bis vor wenigen Jahren ihren viel gerühmten Käsekuchen hergestellt, der bei der ganzen Familie heiß begehrt war.

Fünf Jahrzehnte im VdK

Die Jubilarin ist nicht nur eine fleißige Kirchgängerin, die ihren "Stammplatz" vorne in der Kirche hat, sondern sie besuchte auch stets die Veranstaltungen des örtlichen Seniorenkreises.
Über das allgemeine Weltgeschehen informiert sich das Geburtstagskind durch die tägliche Zeitungslektüre am Frühstückstisch. Als Kriegswitwe ist Dora Krebs Ehrenmitglied im VdK, bei dem sie über fünf Jahrzehnte die Kassengeschäfte verwaltete.
Zum Ehrentag gratulierte neben der Verwandtschaft, dem Freundeskreis und der Nachbarschaft Knetzgaus Dritte Bürgermeisterin Susanne Haase-Leykam, die auch die Glückwünsche des Landkreises übermittelte.