von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Großenseebach — Die Gemeinde Großenseebach ist nicht nur schuldenfrei, sondern wird es, trotz geplanter Investitionen bis 2018, nach der Finanzplanung auch bleiben. "Der Haushalt 2015 ist eigentlich unspektakulär", erklärte Peter Döckinger in der Sitzung des Finanzausschusses. Da die Kämmerei der VG-Heßdorf derzeit verwaist ist, wird Döckinger bis zu einer Neubesetzung der Stelle die Kämmerei kommissarisch führen.
Bei der Haushaltssitzung der Gemeinde Heßdorf am 3. März überraschte Kämmerer Klemens Schacher den Gemeinderat mit der Mitteilung, dass er die VG zum 30. Juni verlassen werde. Wie Döckinger bei der Sitzung in Großenseebach erläuterte, habe sich in den letzten sechs Wochen einiges an Arbeit angesammelt, den Haushalt für Heßdorf und der VG habe Schacher noch fertiggestellt, aber den für Großenseebach nicht.

Finanzplanung bis 2018

Nun beriet Döckinger mit Bürgermeister Bernhard Seeberger die vorliegenden Zahlen, erläuterte Einnahmen und Ausgaben sowie die Finanzplanung bis 2018. Nach dem derzeitigen Stand beträgt das Gesamtvolumen 5,94 Millionen Euro, davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 3,88 Mio. Euro und für den Vermögenshaushalt kalkuliert Döckinger mit rund 5,05 Mio. Euro. Eine Darlehensaufnahme ist nicht geplant und Ende 2016 werde das Vermögen etwa 1,2 Mio. Euro betragen.
Vom Gemeinderat bereits beschlossen wurden die Erweiterung der Kindertagesstätte und eine Krippengruppe, dafür werden im nächsten Jahr rund 340 000 Euro aus den Rücklagen entnommen, auch dafür ist keine Kreditaufnahme vorgesehen. "Der Gemeinde geht es gut und wir können uns das leisten", kommentierte Peter Döckinger immer wieder die eine oder andere geplante Maßnahme und setzte im Finanzplan die entsprechenden Zahlen ein, um Haushaltsüberschreitungen vorzubeugen.

Kinderbetreuung ohne Kürzungen

Der Finanzausschuss war sich auch einig, bei der Kinderbetreuung keinesfalls den Rotstift anzusetzen, und Döckinger, auch im Hinblick des Streiks der Kitas, erhöhte im Finanzplan die Personalkosten und stellte sich auf die Seite der Erzieherinnen. "Es ist schon gerechtfertigt, dass die Erzieherinnen besser entlohnt werden müssen, sie machen schließlich eine fünfjährige Ausbildung und ein Lokführer ist in acht Monaten ausgebildet", meinte Döckinger und spielte damit auf den Bahnstreik an. Er kündete aber auch weitere Ausgaben an, die auf die VG zukommen würden, so müsse die gesplittete Abwassergebühr eingeführt werden und der Flächennutzungsplan und Landschaftsplan überarbeitet werden, was aber einer Neuaufstellung gleichkomme, dies sei eine Forderung des Landratsamtes. Döckinger vertrat in dieser Angelegenheit die Meinung von Verwaltungsleiter Martin Hofmann, die Aufstellung eine gemeinsamen Landschafts- und Flächennutzungsplanes. "Das ist kein Vorgriff auf eine mögliche Eingemeindung, sondern es kommt beiden Gemeinden eben billiger", so Döckinger schmunzelnd. Der Etatplan soll nach den Vorstellungen des Bürgermeisters im Juni gebilligt werden.