Burgkunstadt — Unter dem Vorbehalt der haushaltsrechtlichen Zulässigkeit hat der Stadtrat mit 14:7 Stimmen die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit Altenkunstadt einen Förderantrag für den Neubau eines Lehrschwimmbeckens mit zwei Schwimmeinheiten zu stellen. Um einen Zuwendungsantrag bei der Regierung von Oberfranken zu stellen, sind laut Kämmerin Heike Eber gewisse formelle Voraussetzung notwendig: so eine Entwurfsplanung der Leistungsphasen eins bis drei.
Stadtrat Ulf Müller (FWG) bezifferte die Kosten für eine entsprechende Planung auf 175 000 bis 225 000 Euro. Da Burgkunstadt aktuell über keinen genehmigten Haushalt verfügt, dürfte die Maßnahme haushaltsrechtlich nicht umgesetzt werden, es sei denn, das Landratsamt genehmigt die dafür notwendige Kreditaufnahme, wie Eber deutlich machte. Nach Ansicht von Stadtrat Wolfgang Sievert (SPD) habe der Stadtrat in der Vergangenheit bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst. Dem widersprach die Kämmerin. Für eine Entwurfsplanung seien bislang keine Mittel in den Haushalt eingestellt gewesen. Zudem sei ein Lehrschwimmbecken eine freiwillige Leistung der Stadt. Stadtrat Günter Knorr (CSU) plädierte dafür, das Projekt nicht sterben zu lassen. "Das ganze Paket muss weiter verfolgt werden." Ähnlich sah es auch Hans Peter Marx (SPD).
Burgkunstadt brauche weder ein Lehrschwimmbecken, noch könne es sich eines leisten, hielt Stadtrat Ulf Müller (FWG) dagegen. Unter gewissen Voraussetzungen sei der Bürgerverein für ein Lehrschwimmbecken, sagte Stadtrat Marcus Dinglreiter. Zum einen müssten sich mit Freibad und künftigen Lehrschwimmbecken Synergieeffekte ergeben, und die Maßnahme müsste im Haushalt finanzierbar sei. "Dazu braucht es einen genehmigten Haushalt." Thomas Müller (Bürgerverein) erinnerte an die Folgekosten, die nicht außer Acht gelassen werden dürften. Nicht sehr glücklich mit der Diskussion schien Stadträtin Ingrid Kohles (FWG) zu sein. Der Stadtrat sei nicht willens und fähig eine Entscheidung zu treffen. "Wir schieben die Entscheidung eine Etage höher." Als geradezu sträflich bezeichnete es Kohles, dass manche von Förderungssätzen in Höhe von 70 bis 75 Prozent ausgingen.
Auch in Burgkunstadt werden seit Jahren immer weniger Kinder geboren. Dies macht sich auch in der Bevölkerungsstruktur bemerkbar. "In der oberen Stadt wohnen mehr ältere Leute", stellte dazu Franz Ullrich vom Planungsbüro plan&werk in Bamberg fest, der erste Ergebnisse des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) vorstellte. In der unteren Stadt dagegen, die augenscheinlich weniger attraktiv sei, wohnten dagegen genauso viele junge Leute wie in den Stadtteilen. Trotz abnehmender Bevölkerung verfüge die Stadt über eine gute Beschäftigungssituation. Einen Handlungsbedarf sieht der Stadtplaner in der Kulmbacher Straße mit ihren vielen Leerständen und sanierungsbedürftigen Gebäuden, in der Bahnhofstraße und in der Stadthalle. Erste Maßnahmen könnten der Bau der Skateranlage sein, die Sanierung Burgweg, ein Nutzungskonzept mit Umsetzung des Gebäudes Kulmbacher Straße 32 und eine Eigentümerberatung zum Thema Umbau und Sanierung. Dieter Rößler stellte das Konzept der Firma Bayerngrund (BG) vor. Die Stadt plant die Erschließung des dritten Abschnitts des Baugebietes Lerchenbühl in Erschließungsträgerschaft. gvö