Da Ermershausen zurzeit keinen Pfarrer hat, bekam auch der Diakonieverein Ermershausen-Birkenfeld-Dippach bei seiner Jahresversammlung am Donnerstag im Gasthaus "Goldener Schwan" keinen Vorsitzenden. Zweiter Vorsitzender Pfarrer Scheidel aus Ditterswind verwies darauf, dass laut Satzung immer der Ortspfarrer den Vorsitz übernimmt. Er teilte mit, dass nach Auskunft der Regionalbischöfin Dorothee Greiner der evangelischen Gemeinde bereits im März 2016 eine Pfarrerin z. A. in Aussicht gestellt werde.
Der Zweite Vorsitzende berichtete über die Arbeit im abgelaufenen Jahr, die nicht immer leicht gewesen sei. Der Diakonieverein als Träger des evangelischen Kindergartens habe entsprechend dem bayerischen Kindergartengesetz bedeutend mehr Arbeit erhalten. Grund seien die Buchungszeiten und Kinderzahlen im Kindergarten.


Planung ist schwierig

In seinem Bericht machte er deutlich, dass eine sinnvolle Planung des Betriebs mit diesen Rahmenbedingungen kaum noch möglich sei.
Zu Beginn des Kindergartenjahres 2014/15 hatte Pfarrer Scheidel gar eine Katastrophe prophezeit. Mit der Belegung der Kinderkrippe war man zufrieden, aber im Kindergarten schien sich ein Mangel an Kindern aufzutun. Weil aber Leiterin Silvia Herzig zum 1. Juni den Kindergarten verließ, sei der Diakonieverein durch den Verzicht auf eine Neueinstellung und durch Veränderungen der Stundenzahlen aus der Misere gekommen. Die bereits angestellte Eva-Maria Stühler übernahm die Leitung.
Der Kindergarten bietet auch die Betreuung von Grundschülern. Um das Personal nicht völlig zu überlasten, finanzierte der Diakonieverein einige Stunden aus Vereinsmitteln.
Den Bericht ergänzte Kindergartenleiterin Stühler mit einem Jahresrückblick, in dem ausführlich der Ablauf im Kindergarten dargestellt wurde. Kassier Günter Pfeiffer legte den Haushaltsplan 2015 vor, nicht gerade zeitig für das Haushaltsjahr.
Pfarrer Scheidel erklärte, dass die Haushaltspläne in Fortschreibung der vorangegangenen Jahre erstellt werden. Laut Pfeiffer habe man den Etat 2015 "vorsichtshalber bei Einnahmen und Ausgaben mit knapp 200 000 Euro angesetzt".


Für Verwaltung vor Ort

Die Mitgliederzahl betrug im November dieses Jahres 139 Personen, die jährlich einen Mitgliedsbeitrag von 1529 Euro einbringen. Dazu gibt es noch einen Förderkreis im Diakonieverein, dem 26 Mitglieder angehören. Den Jahresbeitrag von 390 Euro leitet der Verein direkt an die Sozialstation Maroldsweisach zur Unterstützung weiter. Pfarrer Scheidel sprach die Verwaltung des Vereins an, die noch vor Ort durch den Vorstand erfolgt. Das Bestreben der Kirchenverwaltung Bamberg, alles an sich zu ziehen, lehne er ab. Nach Meinung von Pfarrer Scheidel kann vor Ort viel effektiver gearbeitet werden, als wenn in der Verwaltung entschieden wird und dann der Verein keinen Einfluss mehr hat.
Dass im Diakonieverein gearbeitet wird, bestätigten Stefan Lüdecke und Doris Schober, die bei der Prüfung keine Unregelmäßigkeiten feststellen konnten. Auf Antrag aus der Versammlung wurde einstimmig Entlastung erteilt. gsch