Die größte Solarthermie-Anlage Bayerns ist in Betrieb. Sie komplettiert das Energiekonzept der Hallerndorfer Nahwärmeversorgung durch die Naturstrom AG und wurde mit dem neu gebauten Heizwerk am Ortsrand von Hallerndorf von Pfarrer Matthias Steffel feierlich eingeweiht. Steffel überreichte an Geschäftsbereichsleiter Thilo Jungkunz ein Kreuz als Präsent, das künftig einen Platz im neuen Gebäude finden soll.
Der Seelsorger zitierte aus dem Buch Genesis, wonach alles was Gott gemacht hat gut war und dem Menschen zum Nutzen übergeben wurde. "Sie Handeln in diesem Sinne, weil sie die Früchte der Erde zum Wohl der Menschen nutzen", bekräftigte Pfarrer Steffel als er dem Gebäude den kirchlichen Segen spendete. Das preisgekrönte Nahwärmenetz in Hallerndorf beliefert bereits seit Ende letzten Jahres nach viermonatiger Bauzeit die angeschlossenen Häuser mit regenerativer Wärme. Die Einweihungsfeier wurde mit Ansprachen von Landrat Hermann Ulm (CSU) und Bürgermeister Torsten Gunselmann (FW/GSS) eröffnet. Ulm lobte das nachhaltige Energiekonzept. "Von Hallerndorf können wir lernen!", lobte der Landrat. Thomas Banning, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG bekräftigte, dass Naturstrom in der Region ein wichtiger und renommierter Partner für kommunale Energieversorgungskonzepte geworden sei. Auch künftig wolle das Unternehmen Projekte wie in Hallerndorf gemeinsam mit Kommunen und Bürgern realisieren.
Thilo Jungkunz verwies auf die Wertschöpfung, die Hallerndorf maßgeblich zugute komme: "Wir haben bei der Planung und Realisierung des Projekts großen Wert darauf gelegt, dass ein Großteil der Investitionen von 3,3 Millionen Euro in der Region bleibt", so Jungkunz. Aufträge für rund 2,1 Millionen Euro seien an Unternehmen in einem Umkreis von nur 30 Kilometern rund um Hallerndorf vergeben worden.
Herzstück des Nahwärmenetzes ist die Energiezentrale, in der die prognostizierte Wärmemenge von 2,25 Millionen Kilowattstunden erzeugt wird. Die Solarthermieanlage ist mit 1 304 Quadratmetern die größte Bayerns, in Kombination mit einem Nahwärmenetz. Sie speist die gewonnene Wärme in einen 85 000 Liter großen Pufferspeicher ein. Im Sommer, wenn die Haushalte fast ausschließlich Warmwasser benötigen, ersetzt sie die Kessel nahezu ganz. Durch dieses innovative Konzept könne der Rohstoff Holz durch die Kraft der Sonne ersetzt werden, betonte Bürgermeister Gunselmann.
Neben der Solarthermieanlage wurde auch die erste Ladesäule in Hallerndorf für Elektroautos in Betrieb genommen: Die ersten Autos konnten bereits am Samstag mit regenerativ erzeugtem Strom geladen werden. Die Gäste hatten die Möglichkeit zur Probefahrt und durften mit einem BMW i 3 und einen Mitsubishi ihre Runden drehen.