Vor gut einem Jahr ist Hilda Kurz, geborene Jakob, in das BRK-Haus für Betreuung und Pflege gezogen. Am Samstag vollendet sie dort ihr 102. Lebensjahr und ist damit die älteste Einwohnerin der Gemeinde Ebersdorf. "Wenn man Geburtstag hat, ist man ein Jahr älter. Ich habe nie groß gefeiert", betont die Jubilarin, die durch ihre Erlebnisse weiß, was Bescheidenheit ist. Hilda Kurz kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. "Ich habe zwei Weltkriege miterlebt. Das war eine schlimme Zeit, die ich nicht mehr erleben möchte", erinnert sie sich.
Am 7. Mai 1914 wurde sie in Gröben (Kreis Weißenfels) geboren und hatte einen Bruder. Als Heranwachsende half sie in der Landwirtschaft ihrer Großeltern tatkräftig mit. Nachdem es kaum Arbeit gab, musste sie als damals 17-Jährige die vertraute Umgebung verlassen und arbeitete in vielen Bereichen. "Wenn man in einem Monat 20 Mark verdienen konnte, war das schon viel", erzählt die Seniorin.
Nachdem sie 1936 ihren Mann Paul geheiratet hatte, folgten etliche Umzüge: nach Erfurt, nach Leipzig, 1956 nach Hassenberg, wo Pauls Schwester wohnte, 2001 nach Pauls Tod nach Norddeutschland zum ältesten Sohn. Nach dessen Tod kehrte Hilda Kurz in die Region zurück und zog im März 2015 im Alter von 101 Jahren schließlich nach Ebersdorf. Inzwischen hat Hilda Kurz drei Enkel- und fünf Urenkel, die überall in Deutschland verstreut sind. "Ich habe viel Elend und Armut gesehen", sagt die betagte Frau. Sie habe viele Entscheidungen oftmals alleine treffen müssen, aber nie den Mut verloren. ake