Die Gemeinde Marktrodach will sich für die Zukunft fit machen. Deshalb kam die Gemeinde auch dem Wunsch der Regierung von Oberfranken nach, sich mit einem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) auseinanderzusetzen.
Dies ist Voraussetzung, um am Städtebauförderprogramm teilnehmen zu können. Am Mittwochabend fand die Auftaktveranstaltung statt. Markus Schäfer und Yvonne Slanz vom Stadtplanungsbüro Transform gaben einen Überblick über den Ablauf von Isek und brachten erste Erkenntnisse vor.
Dabei stellten beide fest, dass die Situation derzeit in Marktrodach gar nicht so schlecht sei. Die Grundversorgung sei gesichert, die Infrastruktur und ärztliche Versorgung seien zufriedenstellend.
Es stellten die Fragen: Wie möchten die Marktrodacher in 15 Jahren leben? Gibt es Einkaufsmöglichkeiten und eine ärztliche Versorgung im Ort? Welche Aufgabe muss die Kommune beim Erhalt der Grundversorgung übernehmen? Braucht es aufgrund der Demografie ein Gesundheitszentrum?
Es ging darum, dass Bürger ihre Gedanken rund um dieses Thema mit einbringen. Dabei wurden Bereiche wie Energie, Demografie, Nahversorgung, Daseinsvorsorge, Naherholung und weitere angesprochen.
Laut den bisherigen Ermittlungen von Transform wird davon ausgegangen, dass Marktrodach in zwölf Jahren zehn Prozent beziehungsweise 384 Einwohner weniger als derzeit hat. Steigen wird auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung.
Was den Ist-Zustand betrifft, so fahren derzeit täglich fünf Busse an Schultagen in die Kreisstadt. Zusätzlich ist das Frankenwaldmobil als Freizeitlinie im Einsatz. Vorhanden sind relativ kleine Altorte sowie große und teilweise wachsende Siedlungen.
Markus Schäfer stellte klar, dass derzeit die Gemeinde von der Infrastruktur her gesehen gut aufgestellt ist. Er erwähnte unter anderem die Nähe zur Kreisstadt, die Wanderwege, Tennis- und Minigolfplatz, vielfältige Gründerstrukturen.
Es wurden Fragen dahingehend gestellt, ob die Gemeinde trotz des Bevölkerungsrückgangs noch wachsen könne, wo es Flächenpotenziale gibt und was die Bürger verändern können?


Mehr Arbeitsplätze

Herausforderungen werden unter anderem sein, wie Leerstände vermieden werden können, wie das touristische Potenzial optimiert werden kann und welche Rolle der Frankenwald für die Naherholung spielt.
Beleuchtet wurde auch, welche nachhaltige Energieformen für Marktrodach in Zukunft infrage kommen könnten, beispielsweise ob dies Wasserkraft, Windkraft oder Biomasse sein könnte. Es ging weiter darum, wie Arbeitsplätzen entstehen könnten.
Kritik wurde dahingehend geäußert, dass sich Isek nur auf Ober- und Unterrodach bezieht. Diesbezüglich sprach Schäfer davon, dass bei den Städtebauentwicklungsprogrammen fast immer nur bestimmte Teile einer Gemeinde fokussiert werden. Bürgermeister Norbert Gräbner wies in diesem Zusammenhang auf die Dorferneuerungen in Seibelsdorf und Großvichtach hin.
So manche Anregung und Idee seitens der Bürger für eine positive Weiterentwicklung ihrer Heimat wurde auf einer Pinnwand festgehalten. Diese sollen nun in ein Gesamtkonzept mit eingebracht werden. Die nächste Zusammenkunft, die für Anfang des nächstes Jahres anberaumt ist, soll zur Zielfindung beitragen. Bereits im Frühsommer 2017 will man mit der Umsetzung von Projekten starten, so das Ziel. vs