Seit 30 Jahren kämpft Heiko Triebener gegen das Klischee, die Tuba sei erfunden worden, um ganz unten in der Tiefe die Basslinie zu blubbern. Im sinfonischen Blasorchester des Musikvereins Buckenhofen hat er nun Mitstreiter gefunden, um den vielseitigen Klang des 181 Jahre alten Instruments vorzustellen. Der Solotubist der Bamberger Symphoniker ist der Solist des Konzertes der Buckenhofener im Keilberth-Saal der Konzerthalle Bamberg. Das Konzert findet am Samstag, 30. April, um 19.30 Uhr statt.
Dirigent Mathias Wehr hebt die Arme mit Verve. Das sinfonische Blasorchester übt gerade das Tuba Concerto von Edward Gregson mit dem Solisten. Der Einsatz im Takt 34 war bei den Trompeten nicht ganz präzise. Wehr winkt ab und bittet nochmals drei Takte zuvor einzusetzen. Man diskutiert noch kurz die Frage, ob es nicht besser klinge, wenn die betonten Stakkato-Viertel tenuto gespielt würden. Und probiert die vorgeschlagene Variante. Der Solist nickt, auch ihm gefällt es so besser.
Triebener freut sich darüber, das vom ihm geschätzte Werk aufführen zu können. "In der Fassung für sinfonisches Blasorchester hat es eine besondere Stärke. Es zeigt die unglaubliche Bandbreite der Klangfarben der Tuba", beschreibt er es. Geschrieben wurde das Werk 1976 - für Tuba und Brassband. Das ist eine Besetzung nur mit Blechblasinstrumenten; ihr Kennzeichen ist das Kesselmundstück. Diese Bandform ist besonders in Großbritannien verbreitet. Vier Jahre später, so berichtet Triebener weiter, schuf der Komponist eine Fassung für Symphonieorchester und zuletzt die für sinfonisches Blasorchester. Und dabei hat er genau die Eigenarten der Besetzung mit Blech und Holzbläsern in der Wechselwirkung mit dem Soloinstrument austariert.
Triebeners Wertschätzung für diese Werk hat auch einen ganz persönlichen Hintergrund. Gregson hat es für den berühmten Tubisten John Fletcher geschrieben. "1986 habe ich den so jung Verstorbenen noch live gehört", erzählt der Solist. Das Werk hat für ihn eine gewisse Ausnahmestellung, nicht zuletzt deshalb weil es erst seit den 50er Jahren Solokonzerte für die Tuba gibt.
Die Tuba kann auch swingen. Das beweist das sinfonische Blasorchester im zweiten Konzertteil mit "Cool Cat". Triebener vergleicht das Wechselspiel zwischen ihm und den drei Tubisten des Ensembles mit dem Klangverhältnis eines Solo-Cellos zu den Kontrabässen des Symphonieorchesters.
"Die Star-Wars-Saga musste wieder sein", sagt Wehr zum weiteren Programm und erinnert an den aktuellen Film. Irish Folk wird dabei sein und einiges andere. Besonders hinhören sollten die Zuhörer bei einem Stück, das "Cartoon" betitelt ist. Warum gerade hier? "Es klingt wie die typische Melodie eines Zeichentrickfilms, aber es gibt keinen Film dazu", erklärt er und setzt darauf, dass bei vielen Zuhörern dann das Kopfkino beginnt.