Der Ausbau einer bestehenden Stromleitung zur Höchstspannungstrasse durch den Landkreis Bamberg ist nach wie vor nicht vom Tisch. Trotz zahlreicher Einwendungen aus der Region steht die Trassenvariante P44mod von Redwitz über Würgau nach Mittelfranken unverändert im neuesten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP 2030).
Der Landkreis hatte sich bereits Ende 2015 in einer gemeinsamen Stellungnahme mit den betroffenen Gemeinden Wattendorf, Scheßlitz, Stadelhofen, Königsfeld, Litzendorf, Heiligenstadt und Buttenheim gegen P44mod ausgesprochen. Deshalb wollte Landrat Johann Kalb (CSU) vom Kreistag erneut ein Votum, den unveränderten Plänen eine unveränderte Stellungnahme entgegenzusetzen.
Unstrittig war im Kreistag - wie schon vor gut einem Jahr -, dass die Trasse (die 2015 als Alternative zu der zuvor ins Auge gefassten Lösung von Redwitz über die Haßberge nach Grafenrheinfeld ins Spiel kam) von niemand gewünscht wird. Und dass sie auch unvernünftig, weil fast 40 Kilometer länger als die ursprüngliche P44 wäre.
Als Bürgermeister von betroffenen Gemeinden baten Helmut Krämer (Heiligenstadt/CSU) und Gisela Hofmann (Königsfeld/BBL) das Gremium um möglichst einstimmige Unterstützung. Doch ganz ohne zusätzliche Erklärung wollten SPD und Grüne das pauschale Nein nicht unterschreiben.
Heinz Jung (SPD) verwies auf die Notwendigkeit stabiler Stromnetze, die Gefahr unterschiedlicher Strompreise und die Notwendigkeit regionaler Stromerzeugung. "Der plakative Charakter der Stellungnahme wird der Gesamtproblematik nicht gerecht", sagte er - und fordert, dass wenigstens ein Appell an die bayerische Staatsregierung zur Rücknahme der 10H-Regelung für Windkraft mit aufgenommen werde.
Bernd Fricke (Grüne) nannte das Ziel der Klimaallianz, den benötigten Strom möglichst vor Ort zu produzieren. als beste Lösung, um "Stromleitungen, die niemand will" zu vermeiden. Er führte zudem an, dass angesichts ausufernder Gewerbe- und Wohngebiete der Vorwurf des Landschaftsverbrauchs unglaubwürdig sei. Der Kreistag verabschiedete die Stellungnahme schließlich nicht einstimmig.