Betrifft: "Fünf-Sterne für Bad Kissin gen uninteressant" vom 18.09.2105, und dass bis heute keine Antwort aus München erfolgte, Bad Kissingen:

Eigentlich wartet Bad Kissingen schon seit einem Jahr auf eine Antwort aus München, wie es um den angeblichen Investor steht, der schon drei Mal eine Fristverlängerung bekommen hat. Geschehen ist nichts auch auf eine Nachricht zum Ende des Monats September warten wir auch noch Mitte Oktober. Und nun? Nun warten wir auf das Christkind, oder sagt uns der Freistaat Bayern anderes.
Ich persönlich finde es eine Frechheit, wie der Freistaat mit der Stadt Bad Kissingen umgeht. Er hat eine Verpflichtung, eine, die er nicht erfüllen will. In Bezug auf das Steigenberger hat er ebenso Mist gebaut. Er hat dem Hotelpächter, anstatt den erforderlichen Brandschutz zu erfüllen, einfach den Pachtvertrag vorzeitig beendet, Abfindungen und Sonstiges bezahlt, was im Endeffekt wesentlich mehr gekostet hat, als der ganze Brandschutz selber. Zu allem Übel hat er auch noch das Hotel abreißen lassen, ohne bereits einen Interessenten zu haben.
Nun liegt sie da, die Brachlandschaft, ein Schandfleck, aus dem man derzeit höchstens einen Park oder Parkplatz machen kann. Auch wenn der Stadt hier keine großen Vorwürfe gemacht werden können. Als aber statt Ministerpräsident Seehofer der äußerst deplatzierte Justizminister Bausback den "Kissinger Sommer" eröffnete, hätte man vom OB, zum Nichterscheinen des Ministerpräsidenten und der dadurch ausgebliebenen Verkündigung über den Fortgang mit dem ehemaligen Steigenberger-Areal, schon einen schärferen Ton, in Richtung Hotelneubau, erwarten dürfen. Man sollte nicht immer gute Miene zum bösen Spiel machen.
Ein klares Zeichen wäre es gewesen, wenn zum Beispiel Sandro Kirchner (Landkreis Bad Kis singen) als Mitglied des Landtages, der Veranstaltung, demonstrativ ferngeblieben wäre. Stattdessen strahlten unsere Vertreter Kirchner, OB und Co freudestrahlend in die Kameras. Jeder Stadtrat weiß, dass für Bad Kissingen ein Nobel-Hotel dringend erforderlich ist. In einem Interview erklärte der gelernte Koch und jetzige Geschäftsführer des Kaiserhofs Victoria in Bad Kissingen, Christian Weghofer, dass ein Fünf-Sterne-Hotel am Standort Bad Kissingen uninteressant ist, wegen der mangelnden Infrastruktur. Clever gesagt, denn ein solches, könnte schließlich seinem Haus durchaus die Gäste nehmen.
Es geht jedoch auch nicht um ein Fünf-Sterne-Hotel, sondern eigentlich um eine Fünf-Sterne-Kette. Also erstklassige Häuser, wie Accor, Sheraton, Hilton Marriott usw. aber auch die Steigenberger-Kette. Denn gerade diese Luxusmarken bieten unter ihrem Namen auch Vier-Sterne-Häuser mit exzellentem Service an. Würde eine solche Hotelmarke mit vier Sternen hier an der Flaniermeile schlechthin seinen Einzug halten, könnte dieses bei steigender Nachfrage nach besserem Service, jederzeit und schnell auf ein Fünf-Sterne-Niveau aufgerüstet werden. Doch den Unterschied Fünf-Sterne-Hotel und Fünf-Sterne-Hotelkette scheint bisher weder Freistaat noch Stadt Bad Kissingen begriffen zu haben.
Fazit: Wenn man Bad Kis singen mit einem Fernsehsender vergleicht, dann war Bad Kis singen, bis zu Ende der Ära Steigenberger durchaus mit dem niveauvollem ARD- und ZDF-Programm zu vergleichen. Durch den Wegfall des Hotels und deren für die Stadt so wichtiges Gästeklientel sind wir wohl mehr auf RTL-Niveau gerutscht und dieses hat der Freistaat alleine mit seiner miserablen Politik zu verantworten.
Franz-Peter Potratzki
Bad Kissingen