Der Englischunterricht in der Grundschule betrifft natürlich auch die weiterführenden Schulen und deren Lehrer, so wie Matthias Schneider, Englischlehrer am Frankenwald-Gymnasium.
Erfahrungen hat er bisher nur mit dem regulären Englischunterricht gemacht, der ab der dritten Klasse stattfindet, denn Übertritte aus dem bilingualen Unterricht gab es noch nicht. Er hält die bisherige Methode ab der dritten Jahrgangsstufe für sinnvoll ("Es ist ein gutes Zusatzangebot"), warnt aber gleich vor zu viel Euphorie für den bilingualen Unterricht: "Ich würde aber nicht sagen, dass es ein Allheilmittel ist. Es muss nicht für alle verpflichtend sein."


Bessere Startvoraussetzungen

Seiner Erfahrung nach seien die Startvoraussetzungen für die Schüler besser, wenn sie dann ab der fünften Klasse in den Englischunterricht einsteigen, sagt Schneider. "Eigentlich fangen sie bei unserem Lehrplan wieder bei Null an." Doch viele Inhalte hätten die Schüler dort bereits gelernt, sodass der Stoff nun schneller vermittelt werden könne. Als Beispiel nennt er die Farbenlehre: "Früher habe ich dafür anderthalb Stunden gebraucht. Heute geht das in zwei Minuten."
Das Problem seien lediglich die unterschiedlichen Strukturen, denn in der Grundschule werde der Stoff noch spielerisch vermittelt, während im Gymnasium dann Grammatik gelehrt werde.


Freude wecken

Wäre es daher sinnvoll, dies auch schon in der Grundschule zu unterrichten? Da ist der Englischlehrer eher vorsichtig und würde nur ganz niedrig ansetzen: "Das Wichtigste ist, die Freude bei den Schülern zu wecken."
Grundsätzlich stehe er dem Modell des bilingualen Englischunterrichts ab der ersten Klasse positiv gegenüber: "Ich finde den Ansatz gut, es werden ja dabei auch die Sinnesorgane für die Sprache geschärft." Er glaubt, dass die Leistungen der Schüler dadurch sogar noch besser werden könnten. Auch viele seiner Kollegen am Frankenwald-Gymnasium stehen diesem Schulmodell zumeist offen gegenüber, sagt er. dob