Der Dank für die Ernte des Jahres und die Verantwortung für Gottes Schöpfung standen im Mittelpunkt des Erntedankfests in Rattelsdorf. Ortsbäuerin Sonja Horcher mit ihrem Team der Landfrauen hatte sehr viel Zeit investiert, um diesen Dank durch den Kirchenschmuck zu unterstreichen. Alle Altäre waren mit Sonnenblumen geschmückt.
Begleitet von den örtlichen Vereinen, wegen des schlechten Wetters ohne Fahnenabordnung, von Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins mit Blumenkörben zog die Ortsgruppe des Bayerischen Bauernverbands zur Pfarrkirche Sankt Peter und Paul. Musikalisch begleitet wurde die Kirchenparade von den Itzgrunder Musikanten mit ihrem Dirigenten Stefan Pechmann.
Im Gottesdienst wurden die Erntegaben gesegnet. Den Dank an Gott am Erntedankfest für die Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit hob Domkapitular Hans-Jörg Elsner in seiner Predigt hervor. Gott habe den Menschen die Verantwortung für die Erde gegeben, sagte er, das sei aber kein Freibrief und bedeute nicht die Verfügungsgewalt des Menschen über die Natur. Deshalb solle das Erntedankfest nicht nur ein Tag des Dankes, sondern auch ein Tag der ernsthaften Gewissenerforschung sein. Bei weltweiter Klimaerwärmung, dem Abschmelzen der Pole und aufheizenden Meeren drohe der Traum vom guten Leben zum Alptraum zu werden. Es könne nicht sein, dass 20 Prozent der Weltbevölkerung 80 Prozent der weltweiten Ressourcen verbrauchten, betonte der Domkapitular. Vor diesem Hintergrund bezeichnete er die Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus als dramatischen Appell, dass der Kampf gegen weltweite Armut und Umweltzerstörung untrennbar zusammengehörten. Wegen der Höfener Kirchweih wird in Rattelsdorf traditionsgemäß zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin Erntedankfest gefeiert.