von unserem Redaktionsmitglied 
Harmut NEUBAUER

Friesen — Nach einer Saison mit vielen Tiefen zum Auftakt und späteren ungeahnten Höhen ist beim SV Friesen mittlerweile Ruhe eingekehrt. Die Spieler sind in der verdienten Sommerpause, die Planungen für die Serie 2015/16 weitgehend abgeschlossen. "In Friesen ist die Fußball-Welt in Ordnung", fasst Vorsitzender Norbert Kraus das Geschehen der vergangenen Monate zusammen.
So sah es anfangs überhaupt nicht aus, denn nach acht Spieltagen lag die Mannschaft ohne Sieg und mit drei mageren Punkten auf dem letzten Platz. Dann setzte sie zu einer Aufholjagd an, die beinahe noch in die Relegation zur Bayernliga geführt hätte, denn Mitte April lagen die Friesener sogar kurzzeitig auf dem zweiten Platz. "Da sieht man einmal wieder, was im Fußball alles möglich ist", sagt Norbert Kraus. "Das war schon überragend, was in dieser Saison passiert ist."

Schwierige Situation

Dabei war es für den neuen Trainer Andreas Lang wahrlich keine einfache Situation, als er im Sommer 2014 seine Zusage gegeben hatte, zum SV Friesen zu wechseln. Nach dem Abgang etlicher Leistungsträger gehörten gerade einmal 14 Spieler dem Landesliga-Kader an. "Damals war nicht zu erwarten, dass wir die Klasse halten können. Da mussten wir den Abstieg einkalkulieren", blickt der Vorsitzende zurück.
Die Befürchtungen schienen sich denn auch zu bewahrheiten, obwohl die Mannschaft durch drei Zugänge vom FC Burgkunstadt verstärkt werden konnte, nachdem sich die "Schuhstädter" aus der Bezirksliga zurückgezogen hatten. Da sich Alexander Kunz eine Kreuzband-Verletzung zugezogen hatte und Neuzugang Patrick Höhn anfangs noch nicht zur Verfügung stand, war die Spielerdecke nach wie vor sehr dünn.
Obwohl in den ersten acht Spielen nur drei Remis geholt werden konnten, kam eine Trainerdiskussion jedoch überhaupt nicht auf. Kraus: "Andreas Lang hatte von Anfang an die Gewissheit, dass wir mit ihm weiter zusammenarbeiten, auch wenn die Erfolge ausbleiben." Den Verantwortlichen um Norbert Kraus und Josef Geiger war klar, dass es etwas dauern würde, bis die Arbeit des neuen Trainers greifen würde.
Das Vertrauen zahlte sich nach und nach aus, denn auch wenn noch keine Siege gelangen, enttäuschte die Mannschaft in den ersten Spielen durchaus nicht. Die Wende gelang beim Spiel in Redwitz, in dem erstmals Patrick Höhn von Anfang an mitwirkte, beim 2:1-Erfolg aber noch nicht traf. Tore gelangen ihm dann jedoch bei seinen nächsten sieben Auftritten, ehe ihn eine weitere schwere Verletzung bis zum Saisonende außer Gefecht setzte.
Dieser Rückschlag und auch weitere verletzungsbedingte Ausfälle warfen die Friesener jedoch nicht aus der Bahn, denn mittlerweile war auch Hannes Nützel verpflichtet worden und erwies sich als wertvolle Stütze der Mannschaft. Bis zur Winterpause wurde nur noch ein Spiel verloren (2:3 gegen Buch). Und bis zum Saisonende kamen nur zwei weitere Niederlagen (in Stadeln und gegen Saas Bayreuth) hinzu, während man zum Beispiel in den Auswärtsspielen in Selbitz, Röslau und beim Meister Feucht zu überzeugen wusste und punkten konnte.

Kirschbauer "phänomenal"

Ein großes Lob zollt Norbert Kraus vor allem den Führungsspielern wie Frank Fugmann, Lars Meyer, Dominik Woitschitzke und vor allem Torhüter Siegfried Kirschbauer, dessen Leistung er als "phänomenal" bezeichnet. "Aber den größten Verdienst am Aufschwung hat natürlich unser Trainer, der einen sehr guten Draht zu den Spielern hatte und sie zu einer richtig guten Mannschaft geformt hat." Daher fiel den Verantwortlichen auch ein Stein vom Herzen, dass Andreas Lang den Verlockungen der SpVgg Bayern Hof nicht erlag und seine Zusage einhielt, den SV Friesen auch in der nächsten Saison zu trainieren.
Einziger Wermutstropfen aus Friesener Sicht war, dass die 3. Mannschaft den Klassenerhalt in der Kreisklasse nicht geschafft hat. Außerdem hätte sich Norbert Kraus gewünscht, dass etwas mehr lediglich 155 Zuschauer im Durchschnitt den Weg ins Frankenwaldstadion gefunden hätten.
Für die neue Saison sieht er den Verein gut gerüstet; "die Planungen sind von unserer Seite abgeschlossen." Mit Manuel Fröba (vom ASV Kleintettau) wurde ein neuer Torhüter verpflichtet. Außerdem stoßen Maximilian Sesselmann (SpVgg Bayreuth U19), Marco Bernegg (SV Froschbachtal) und Nico Gehring (SG Seibelsdorf U19) definitiv zum SV. Verlassen werden den Verein Daniel Jakobi, Henrik Wilke und Benjamin Rebhan. Offen ist noch die Zukunft von Torhüter Marvin Kiesewetter.
Für die neue Saison hofft er, dass die Mannschaft vor allem besser startet. Und dass auch die finanzielle Unterstützung weiter anhält, denn er weiß: "Das Unternehmen Landesliga steht und fällt mit unseren Sponsoren."