Die Öffentlichkeit hat die Nachricht, dass die Geburtsstation in Haßfurt geschlossen werden soll, nicht einfach hingenommen, sondern aktiv darauf reagiert. Das lag daran, dass die Hebammen der Station im sozialen Netzwerk Facebook um Unterstützung gebeten haben. Über 6000 Mitglieder tauschen sich derzeit in der Gruppe aus, posten Neuigkeiten und Fotos zum Thema, zeigen "Flagge", indem sie Fotos von sich oder ihren Kindern einstellen, die in Haßfurt geboren wurden.
Manche gehen noch ein Stück weiter, wie etwa Nadine Melber: Die Ladenbesitzerin in Haßfurt hat spontan damit begonnen, Buttons herzustellen, auf denen "Geboren in Haßfurt" oder "Ich bin für die Erhaltung der Geburtshilfe in Haßfurt" geschrieben steht. Zudem bedruckt sie die Buttons auf Anfrage auch mit Kinderfotos und Namen. "Ich bin nach Feierabend nur noch dabei, Buttons herzustellen", sagt Melber und lacht. Die Anstecker verteilt sie kostenlos, "denn daran bereichern möchte ich mich nicht". Auch Autoaufkleber soll es jetzt geben.


Mütter sammeln Unterschriften

Weiterhin unterschrieben im Nu Tausende Menschen eine Online-Petition, mit deren Hilfe die politische Führung des Landkreises Haßberge angesprochen werden soll. Auf dem Marktplatz in Haßfurt sammelten außerdem Mütter Unterschriften, um für den Erhalt der Geburtenstation zu kämpfen.
Die Betroffenen selbst melden sich auch auf Facebook regelmäßig zu Wort. So schreibt etwa Nutzerin "Verensl Eichner" unter ein Foto, das Hebammen und andere Krankenhausmitarbeiter zeigt: "Wir kämpfen alle weiter und wir kämpfen alle gemeinsam: Mamas, Krankenschwestern, Papas, Ärzte, Omas, Hebammen, Opas, Freunde, Bekannte... Es ist unglaublich, was alle leisten: Buttons, Unterschriftenlisten, Megaphon, Briefe, Bilder, Petition, Interviews... Vielen Dank an alle für die großartige Unterstützung." al