Die Mittelschule Baiersdorf ist ein kompliziertes Konstrukt. Das Schulgebäude wurde vor Jahren von den Gemeinden Baiersdorf, Möhrendorf und Bubenreuth als gemeinsame Hauptschule gebaut. Zum Einzugsgebiet der Mittelschule gehören aber auch die Gemeinden Effeltrich, Poxdorf, Langensendelbach und Marloffstein.
Die Eigentümergemeinschaft der Erbauergemeinden hat das Gebäude an den Schulverband vermietet. Dieser Vertrag wurde im Herbst mit Wirkung zum Schuljahrsende 2017 gekündigt. Hintergrund ist, dass die Gemeinden Effeltrich und Poxdorf sich seit Jahren darum bemühen, aus dem Verband ausscheiden zu dürfen. Ihr Argument ist dabei, dass sie für Schüler in der Baiersdorfer Mittelschule wesentlich höhere Schulbeiträge zahlen müssen, als dies der Fall wäre, besuchten die Effeltricher und Poxdorfer Kinder Forchheimer Mittelschulen. Nun versucht man auf allen Seiten Kosten zu sparen. Ein Punkt ist die Hallenmiete, die an die Stadt Baiersdorf für den Sportunterricht in deren Mehrzweckhalle zu entrichten ist.
Das Thema ist laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Schulverbands, dem Langensendelbacher Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB), zur Prüfung bei einem Anwalt. Einhaken wollte man auch beim Raumbedarf der Schule mit derzeit 216 Kindern. Gewissermaßen nach der Poxdorfer Methode. Dort verlagert man die Schulverwaltung ins Hauptgebäude und will den Verwaltungstrakt vermieten.
Um Ähnliches auch in Baiersdorf zu ermöglichen, ließ der Verband durch den Baiersdorfer Geschäftsleiter Klaus Hutzler überprüfen, welchen Raumbedarf die Schule hat und welche Flächen ihr tatsächlich zur Verfügung stehen.


Neue Nutzungsarten

Dabei denkt der Schulverband auch an eine Generalsanierung des Gebäudes, zumindest in etlichen Jahren. Hutzklers Aufstellung erbrachte Folgendes: Bei 216 Schülern hat die Schule einen förderfähigen Raumbedarf von 2015 Quadratmetern. Tatsächlich stehen ihr aber 3017 Quadratmeter zur Verfügung.
Da müssten doch Räume frei sein, glaubte man anfangs, gab es doch ursprünglich beispielsweise zwei Physiksäle. Einige Räume haben inzwischen andere Nutzungen wie für die Ganztagsbetreuung oder als Gruppenräume. Doch die Hälfte der übermäßigen Fläche rührt daher, dass die Klassenzimmer etwa 70 Quadratmeter groß sind, wie sie für Klassen zur Zeit der Erbauung Vorschrift waren.
Heute sind Klassenräume mit unter 60 Quadratmetern die Norm, weil die Schülerzahlen pro Klasse seither reduziert wurden.
Einen nicht benötigten Raum hat man deshalb schon vermietet: an die evangelische Kirchengemeinde, die dorthin ihre Bücherei auslagerte. Vermietung an Fremde stellt für Schulleiter Gerhard Mayer allerdings ein Sicherheitsproblem dar. Denn ohne Aufsicht dürfen sich Fremde während des Schulbetriebs - er geht bis 16.30 Uhr - nicht in der Schule aufhalten. Zu vermietende Räume müssten also abgetrennt werden und über eigene Toiletten verfügen.


Nötige Eingriffe

Hier entstehen Brandschutzbedenken wegen der nötigen Eingriffe in die Bausubstanz. "Da stünde die Generalsanierung sofort ins Haus", unkte Baiersdorfs Bürgermeister Andreas Galster (CSU).
Ebenso winkte er bei einer möglichen Nutzung durch öffentliche Einrichtungen wie beispielsweise durch die Stadtkapelle ab. Es seien schon früher Vorwürfe erhoben worden, die Kosten würden vermischt. Das wolle er, Galster, vermeiden.