von unserer Mitarbeiterin judith rziha

Forchheim — Zwei Unfälle vor etlichen Jahrzehnten hätten böse enden können, sind jedoch glimpflich ausgegangen. Zur Erinnerung daran wurde nun am Rand der Äußeren Nürnberger Straße eine große Holzmarter aus Eiche aufgestellt.
Bereits im 19. Jahrhundert sei sie nach einem Unfall - mit gutem Ausgang - errichtet worden, erklärt Stadtheimatpfleger Franz Schürr. Bei einer Dienstfahrt für das Landgericht Forchheim sei ein Gerichtsdiener namens Otto Hemmerlein vom Pferd gestürzt, weil der Dienstgaul gescheut habe. Hemmerlein ließ danach den Bildstock anfertigen.
Nach einem weiteren Unfall im Jahr 1945, bei dem ein US-Militärfahrzeug mit dem Wagen eines Forchheimers zusammengestoßen ist, hat der Bürger den Pfahl durch eine Steinmarter ersetzt lassen. Denn auch hier war es zu keinem größeren Schaden gekommen, wie Franz Schürr erzählt. Jetzt ist der kaputte Steinpfahl mit einem Holzpfahl ausgetauscht worden. Statt die Steinmarter zu restaurieren, wurde sie also aus ihrem ursprünglichen Material rekonstruiert.

Volkstümlich statt mythisch

Der Heimatverein Forchheim hat die Handwerker-Arbeiten für das Denkmal (5500 Euro) finanziert und an die Stadt übergeben. Großer Dank gelte auch dem Künstler Ernst Deutsch, der die kleine Figur im Schaukasten des Pfahls geschnitzt hat. "Sie stellt den Heiligen Antonius dar, der das Jesuskind im Arm hält" erläutert Ernst Deutsch. Es sei ihm eine große Freude gewesen, weil er eine besondere Verbindung zum heiligen Antonius hat. Einerseits sei seine Mutter eine große Verehrerin gewesen, andererseits heißen sowohl sein Enkelsohn als auch sein Patenkind Anton. Er habe die Figur eher volkstümlich dargestellt anstatt mythisch. Das solle zeigen, dass der Heilige mitten im Leben stand, denn er war Prediger und Missionar.
Die Figur in der Holzmarter kann direkt an der Nürnberger Straße zwischen dem Autohaus Feser-Biemann und kurz vor der Brücke über die Trubbach betrachtet werden.