von unserem Mitarbeiter Leo Hühnlein

Unterleinleiter — Der InFranken-Kick aus Unterleinleiter fand keinen Sieger, das gerechte Remis zwischen der SpVgg Dürrbrunn/Unterleinleiter und den Gästen aus Reuth hilft eher Letzteren, die sich seit Wochen mühsam mit dem Sammeln von Pünktchen wie die Eichhörnchen zum Klassenerhalt futtern. Indessen verpasste es "Lada", den so wichtigen - und auch möglichen - Dreier trotz bester Chancen am Spielende dingfest zu machen, und muss weiter bangen.

Enger als zuvor

Durch die Ergebnisse der Kellerkonkurrenten ist der Abstiegskampf in der Kreisklasse 2 jetzt nochmals verschärft worden. Nachdem inzwischen klar ist, dass die SpVgg Muggendorf den SC Neuses in die A-Klasse begleitet, wird das Gerangel um den dritten Abstiegsplatz zum Tanz auf dem Drahtseil. Zwei Spieltage vor Saisonende liegen gleich vier Teams (Schlaifhausen, Dürrbrunn, Mittelehrenbach und Neunkirchen II) mit 32 Zählern auf dem vakanten Platz, den Reuthern (36) würde ein einziges Pünktchen zum rettenden Ufer reichen, weil am kommenden Sonntag Mittelehrenbach im direkten Duell auf Schlaifhausen trifft.
Wahrscheinlich hätte ein Wettbüro keinen Cent für ein 1:1-Unentschieden mit Beteiligung der Kuckucks-Kicker angenommen, denn zum neunten Mal in dieser Saison - und in sechs Spielen seit dem 29. März - lautete das Resultat für die Fußballer aus dem Forchheimer Stadtteil Reuth genauso: Ein Tor für das Heimteam, ein Tor für die Gäste.
Auch diese Partie begann wie eine typische Punkteteilung, keine Reihe wollte der anderen ins Messer laufen. Die ersten Minuten liefen passiv ab, so dass die vorbeiröhrenden Motorräder mehr Aufmerksamkeit der fast 200 Zuschauer bekamen. Kevin Fuhrmann brachte sich bei einem Freistoß der Hausherren erstmals in Szene, zielte jedoch zu hoch (9.). Für Reuth kam Matthias Pinzel durch eine Unachtsamkeit von Jonas Übel acker zum Abschluss, traf aber nur das Außennetz (11.). Pinzel hob danach auf Bernd Kilcher, dessen Drehschuss für Keeper Holger Schmidt im Dürrbrunner Kasten kein Problem darstellte. Erst als sich die Gäste fast selbst ein Bein stellten, kam etwas Stimmung auf. Michael Ulrich passte zum Torwart zurück , Felix Geus zögerte zunächst, um den Querpass Christian Schüpferling in die Füße zu spielen, aber Ulrich rettete in letzter Not (26). Auf der Gegenseite bediente Pinzel per Lupfer den in die Gasse gestarteten Marco Ludwig, der Manuel Schmitt mit einer Körpertäuschung düpierte, aber Keeper Schmidt klärte mit den Fäusten. Etwas überraschend fiel die Führung der Gastgeber durch Norman Hofmann, der einen Heber von Spielertrainer Michael Taschner aufnahm und in die kurze Ecke zum 1:0 in die Maschen traf (31.). Ein Beinahe-Eigentor von Matthias Mohr, Torhüter Schmidt rettete mit Reflex vor der Linie (36.), hätte fast das 1:1 bedeutet. Aber Dürrbrunn hätte noch vor der Pause erhöhen können, als Geus einen hoch geschlagenen Freistoß aus dem Halbfeld faustete und Wilhelm Senger mit viel Platz die Direktabnahme verzog (43.). Reuth hatte zwar mehr Ballbesitz und ließ das Leder gefälliger in den eigenen Reihen laufen, aber allzu lethargisch wurden diese Vorteile vertan. Es schien, die Ernsthaftigkeit trotz des Rückstandes wurde noch immer verkannt. Die Gastgeber legten ihre Verkrampftheit zunehmend ab, wurden sicherer und hielten bis zur Pause ebenbürtig dagegen.

Dürrbrunn nicht auf der Höhe

Direkt nach Wideranpfiff überraschte Fuhrmann fast Keeper Geus, der eine Flanke erwartete und die Kugel gerade noch aus der kurzen Ecke fischte. Dürrbrunn schien mit den Gedanken noch in der Kabine, als Sebastian Sell seinen Spielführer Michael Kuhn bediente, dieser sich das Leder geschickt auf links legte und Torhüter Schmidt mit dem platzierten Schuss ins Eck zum 1:1-Ausgleich keine Chance ließ (48.). Schiedsrichter Johannes Gründel musste bei einem Befreiungsschlag kurz in die Knie gehen, um nicht getroffen zu werden. Der 22-Jährige lieferte eine von beiden Reihen akzeptierte Leistung ab und suchte den Dialog mit den Spielern, wie Lada-Trainer Taschner bilanzierte: "Kaum einen besseren Schiri heuer gehabt." Eine Bestnote verdiente sich Gründel, als er Senger beim Wadenkrampf erstversorgte und gegen den Fuß drückte. Die bis dahin beste Möglichkeit der Gastgeber nach Freistoßflanke von Fuhrmann hatte Johannes Böhm, der die Kirsche vom Fünfer über die Latte hob und jäh den Torschrei des Anhangs stoppte.
Nach einer schon abgewehrten Ecke brannte die Luft im Reuther Strafraum, als Lada-Kapitän Manuel Schmitt das Leder vor die Füße fiel, er aber in der vielbeinigen Abwehr hängen blieb (64.). Die Partie gewann im zweiten Abschnitt deutlich an Fahrt, auch wenn Reuth noch immer zu häufig den direkten Weg in den Strafraum scheute. Tobias Schmitt auf Seiten der Heimelf prüfte Geus (73.), der die Hände nach oben brachte, und kurz danach hatte Lada nach Mohrs Stockfehler Glück, aber er selbst konnte Ludwig noch stoppen (78.). Philipp Burkel hatte nach Ludwig-Flanke den Siegtreffer auf dem Scheitel, bugsierte jedoch knapp über das Quergestänge (83.). Mit zwei gleichmäßig verteilten Aufregern endete die Partie, bei denen die jeweiligen Lager einen Strafstoß-Pfiff forderten. Zunächst drückte Jan-Magnus Glas im Kopfballduell Spielertrainer Taschner von hinten mit der Elle in den Rücken, nach kurzer Behandlung konnte dieser weitermachen. Und auf der anderen Seite kam Ludwig im Zweikampf zu Fall, doch in beiden Fällen blieb der Elfmeterpfiff aus.

Die Meinungen der Trainer

Spielertrainer Michael "Mitch" Taschner war nach der Partie hin- und hergerissen zwischen der Trauer um verlorene Punkte und der Zufriedenheit über die kämpferische Darbietung seiner Mannschaft: "Natürlich hätten wir diesen Sieg unbedingt gebraucht, trotzdem ist das Remis gerecht. Mir ist völlig rätselhaft, wie man ohne Chance einen Punkt entführen kann. In der Endabrechnung kann er noch wertvoll sein, allerdings bemängele ich einzig in unserem Spiel, dass wir einen Augenblick nicht aufpassten und uns so um den vollen Lohn brachten. Meine Spieler werden über dieses Spiel nachdenken, aber sie können in den Spiegel schauen."
Gästetrainer Wolfgang "Molly" Auer hatte sich mehr von seiner Truppe erwartet und wollte dies nicht verbergen: "Es war ein verdientes Unentschieden, denn man kann gegen Dürrbrunn nicht einfach den Ball ein bisschen laufen lassen und glauben, irgendwie locker zu gewinnen. Der Gegner hat gewusst, um was es geht und mehr Herzblut gezeigt. Tiki-taka-Fußball ist hier gegen Lada einfach zu wenig. In der Pause hatten wir angesprochen, dass wir einen einzigen Angriff sauber zu Ende spielen müssen, aber der letzte Pass kam nicht bei unseren drei- oder viermaligem Überzahlspiel. So macht man keine Tore, wie jeder weiß."

SpVgg Dürrbrunn: Holger Schmidt - Tobias Schmitt, Mohr, Manuel Schmitt, Übelacker, Schüpferling, Böhm, Hofmann, Senger, Taschner, Fuhrmann, (Zolleis, Jonas Dicker, Eckert)
SpVgg Reuth: Geus - Schütz, Ulrich, Kießling, Ludwig, Ochs, Kuhn, Pinzel, Glas, Bernd Kilcher, Wenzel, (Sell, Burkel)
Schiedsrichter: Johannes Gründel (FC Herzogenaurach) / Zuschauer: 195 / Tore: 1:0 Hofmann (31.), 1:1 Kuhn (48.)