Während im Seminarraum gerade in Ruhe die abgedrehten Szenen des Filmteams geschnitten werden, erklingt von außen ein Schrei. "Was wollt ihr hier?! Verschwindet!", die Kamera wird gerüttelt und zu Boden geworfen. Kurz darauf sieht man Kamera- und Tonmann, verfolgt von drei Jungen mit Schwertern und Helmen, davonrennen. Was sich in diesen Tagen in Obertrubach abspielt, ist alles andere als gewöhnlich: Beim Mediencamp des Kreisjugendrings Erlangen-Höchstadt entstanden dieses Jahr ein Hörspiel, ein Film und eine Nachrichtensendung.
Die News-Gruppe arbeitet konzentriert mit dem Green Screen, erstellt ein Logo und sucht die passende Intromusik. Sie hat sich neben den Berichten über Wetter und Sport unter anderem zur Aufgabe gemacht, die untragbaren Arbeitsverhältnisse der Filmgruppe aufzudecken. Nach einem Interview mit einer anonymen Informantin hinter der Schattenwand soll der Schuldige ausfindig gemacht werden.


Komödie über einen Griesgram

Dabei haben die Investigativjournalisten allerdings nicht mit den aufmerksamen Produktionsmitgliedern der Filmgruppe gerechnet, die sie verscheuchen.
Diese wollen bei ihrer Arbeit an einer Komödie, die das Leben des Griesgrams und seiner Vorfahren verfolgt, nicht gestört werden. Dazu bedienen sie sich neben der wunderschönen Szenerie, die die fränkische Schweiz bietet, auch der großen Auswahl an Verkleidungen und Requisiten. Die Jugendlichen lernen schnell, dass es beim Weg zum eigenen Film mehr Aufgaben als nur das Drehen gibt. Nach dem Entwickeln der Geschichte und des Storyboards müssen Aufgaben wie Schauspiel, Ton, Klappe, Kamera und Regie verteilt werden. Am Ende stehen dann der Schnitt und die Nachvertonung. Dieses Jahr werden die einzelnen Rollen innerhalb der Gruppe immer wieder durchgewechselt. Jeder soll an den einzelnen Schritten beteiligt sein.
Die Hörspielgruppe nutzt hingegen alle Möglichkeiten aus, die ihnen die Beschränkung auf den Ton bietet. Die Protagonisten finden sich dabei in einer Computerspielwelt gefangen, in der sie in verschiedenen Levels Gegner und Monster bezwingen müssen. Durch geschicktes Zusammenarbeiten finden sie jedoch einen Weg zurück in die reale Welt.
Die Ergebnisse bewundern die Jugendlichen dann gemeinsam mit Eltern und Verwandten und können nicht nur über ihre, sondern auch über die Arbeit der anderen Gruppen staunen. Doch nicht nur dort, sondern auch beim Mittelfränkischen Kinderfilmfestival imDezember können sich diese hoffentlich sehen lassen. red