von unserer Mitarbeiterin Petra Malbrich

Hiltpoltstein — Grundsätzlich wird Geschichte nicht nur aufgeschrieben, sondern auch auf Fotos festgehalten. Kirchenrat Diegritz war einer der Ersten, der in Hiltpoltstein einen Fotoapparat hatte und in den 50er- Jahren Gebäude, Menschen, Handwerk und Traditionen auf Papier festgehalten hat.
Die Diavorträge von Kirchenrat Diegritz waren grundsätzlich ausgebucht. "Etliche Fotos sind auf den Fränkische-Schweiz-Verein (FSV) übergegangen", sagt Kellner. Er will die Bilder, die Vergangenes festhalten, jüngeren Menschen unter anderem in Form eines Heimatkalenders nahebringen. Darum kümmert sich Kellner gemeinsam mit Diegritz' Sohn Theodor. Seit dem Jahr 2009 gibt es diesen Kalender. Die alten Fotos dokumentieren auch noch die Tradition des Volkstanzes. Die Gemeinderätin Gisela Geldner leitete die Jugendtanzgruppe, die es fast 30 Jahre lang gab.
Beim Reigen und bei Walzern zeigten die jungen Tänzer ihr Können nicht nur bei Kirchweihen. Selbst bei Umzügen und überregionalen Heimattagen war die Tanzgruppe bekannt.
Anders als bei der Frauensinggruppe, wo in persona junger Frauen neue Mitglieder gefunden werden konnten, zerschlug sich die Jugendtanzgruppe. Der Nachmittagsunterricht ist wohl ein Grund dafür. Mit Geocaching wollte man in den vergangenen Jahren zeigen, dass der FSV durchaus auch mit neuen Mitteln weiß, auf die Natur und Heimat aufmerksam zu machen.

Wohnhaus mit Stall

Das Angebot, das im Amtsblatt inseriert worden war, brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. "Das lesen die Jugendlichen nicht. Wir müssen es auf Facebook bekannt machen", glauben die Vereinsmitglieder heute.
Natur, Geschichte und Moderne schließen sich eben doch nicht aus. Das ist beim Bier nichts anders. "Über 300 Jahre ist im Spörlhaus, dem Brauhaus der Burg, Bier gebraut worden", sagt Geldner. Dann wurde es ein Wohnhaus mit Stall. Vor einigen Jahren hat es der FSV gekauft. Das denkmalgeschützte Haus wird gefördert und mit vielen Stunden der Eigenleistung vom Verein renoviert.
Das Haus soll eine Verbindung aus Vereinsheim und Ausstellungsraum sein. Ein Raum mithin, in dem Mitglieder, Bürger und Geschichtsinteressierte sich treffen können. Natürlich können Interessierte etwas von der Geschichte des Spörlhauses in dem nächsten großen Projekt des Vereins erfahren.
Zum Jubiläumsjahr 2017 will der FSV eine Orts- und Häuserchronik herausgeben. Für diese Chronik ist Reinhold Geldner mit Vereinskollegen unermüdlich dabei, Material zusammenzutragen.