Das historische Kleebauernhaus", ein etwa 1839 errichtetes ortsbildprägendes Gebäude, wird im Eigentum der Marktgemeinde Lonnerstadt bleiben. Dafür entschied sich in der Sitzung am Montag die Mehrheit der Gemeinderäte. Nach lebhafter Diskussion lehnten die Räte mit 5:7 Stimmen den Verkauf des denkmalgeschützten Anwesens ab, den Hermann Popp (SPD/FWG) beantragt hatte.
Zweite Bürgermeisterin Regina Bruckmann (FW) war als Vorsitzende des Heimatvereins von der Abstimmung ausgeschlossen, denn der 55 Mitglieder starke Heimatverein nutzt die Räume im Erdgeschoss.
Regina Bruckmann gibt die Meinung des planenden Architekten so wieder: Derzeit wäre ein denkbar schlechter Zeitpunkt, das Haus zu verkaufen, da außer dem Dach noch nichts gemacht sei.
Die Gemeinde habe im letzten Jahr das Dach saniert, berichtet Bruckmann. "Dabei sind für Planung und Ausführung Kosten von rund 90 000 Euro aufgelaufen." Laut Kostenschätzung sei die Sanierung des alten Anwesens auf insgesamt 467 000 Euro veranschlagt.
Zwei Drittel davon könnten durch Zuschüsse finanziert werden. Lonnerstadt könne vom Denkmalschutz 160 000 Euro, über das Städtebauförderprogramm 127 500 Euro und von der Bayerischen Landesstiftung 20 000 Euro Förderung erwarten. Von der Gemeinde müssten dann noch 160 000 Euro bezahlt werden.
An den Plänen für das Haus hat sich auch nach der neuerlichen Diskussion nichts geändert: Die Wohnung im Obergeschoss soll ausgebaut werden. Sie könnte für bereits anerkannte Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. Denn Lonnerstadt zählt zu den ganz wenigen Gemeinden, in denen noch keine Flüchtlinge untergebracht sind. Leere Bausubstanz gebe es im Ort zwar genug, doch alles sei in Privatbesitz, erklärt Bruckmann.
Auch die Schule sei für die Unterbringung von Flüchtlingen schon einmal im Gespräch gewesen. Das Landratsamt habe jedoch die Meinung vertreten, dass Schule und Wohnraum räumlich nicht zu trennen wären.
Im Erdgeschoss des Kleebauernhauses befindet sich eine heimatkundliche Sammlung von Möbeln und Gerätschaften. "Da soll auch nicht groß was geändert werden", sagt Bruckmann. Der ursprüngliche Zustand solle erhalten und nur notwendige Reparaturen, zum Beispiel an den Fenstern, sollen durchgeführt werden.
Außerdem stehe noch die Sanierung der Fassade an. Aus finanziellen Gründen könne die Marktgemeinde nicht alles in einem Zug ausführen: "Denn wir haben auch noch andere Aufgaben zu bewältigen." Tätig werden muss die Gemeinde aber schon. Denn seit im letzten Jahr die Familie aus dem Obergeschoss auszog ist, habe sich der Zustand des Gebäudes ständig verschlechtert, berichtet Bruckmann.