Zum Artikel "Gemeinschaftshaus sorgt für Streit", FT, 23. Mai :

Kampagne gegen Friedersdorf? Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen versucht eine "Bürgerinitiative Pressig gegen Verschwendung öffentlicher Mittel (BIP)" - (Ein-Mann-Truppe oder Stammtischkonglomerat?) - den Bau eines Feuerwehr- und Bürgerhauses in Friedersdorf in ein schiefes Licht zu setzen.
Gesamtkosten von 600 000 Euro (später auf "404 000 Euro" verringert), eine fehlende Kostennutzungsrechnung, jährliche Kosten von zirka 5000 Euro" sowie für 80 000 Euro bereits getätigte Kosten für die Planung entsprechen nicht den Tatsachen.
Belegt eine Umfrage, dass "viele Bürger von Friedersdorf kein Gemeindehaus wollen", oder ist das nur ein Wunschgedanke? Sicherlich gibt es unterschiedliche Meinungen, doch der bisherige Einsatz der Friedersdorfer (übrigens vom Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung besonders lobend erwähnt) zeigt, dass die Einwohner hinter ihrem Projekt stehen.
Ein Teilgrundstück (altes Kühl-/Milchhäuschen mit zirka 100 Quadratmeter Grund) verzögert zwar wegen inakzeptabler Geldforderungen das Projekt, doch bemühen sich die Verantwortlichen um eine Lösung - eventuell auch ohne Grunderwerb. Außerdem würde für Grundstückspreise ein unverantwortlicher Präzedenzfall geschaffen. Bei den angesprochenen "wasserrechtlichen Altlasten" handelt es sich nach Aussage von Bauleiter Schorn um einen Asche- und Teeranteil (Bohrproben) von einem Prozent. Sicher - ein Relikt der alten Dorfschmiede. "Keine Verhältnismäßigkeit zwischen der Anzahl der Aktiven und den Kosten", kritisiert die BIP. Laut Auskunft von Bürgermeister
Pietz hat Friedersdorf 25 und nicht sieben Aktive.
Bei den Gesamtkosten werden 125 000 Euro Fördergelder, Kosteneinsparungen durch die Zusammenlegung von Feuerwehr- und Bürgerhaus mit gemeinsamer Nutzung von Sanitär- und Aufenthaltsräumen sowie nicht unerhebliche Eigenleistungen einfach ignoriert. Die Größe des Feuerwehrbereiches ist durch die Zuschussrichtlinien vorgegeben und wurde für die Unterbringung eben eines TSA 8/8 geplant.
Weiterhin äußert Herr Detsch Angst, dass sich durch die Maßnahme in Friedersdorf die Ersatzbeschaffung eines "neuen Gebrauchten (Feuerwehrautos!) in Welitsch" verzögern könnte. "Als die Welitscher ihr Feuerwehrhaus bauten, fielen fast nur Materialkosten an." Plötzlich werden keine Kostenzahlen mehr angeführt, die das belegen könnten.
Das "Nachdenken über eine neue Feuerwehrstruktur" würde aber auch bedeuten, dass die Ersatzbeschaffung eines Feuerwehrautos in Welitsch infrage gestellt werden müsste, da sie ja dann wohl auch eine "Verschwendung öffentlicher Mittel" wäre.
Die BIP soll sich ja an das Staatsministerium gewendet haben. Will man mit Kanonen auf Spatzen schießen? - Lächerlich, ebenso wie der Vorwurf auf Nichterfüllung eines Wahlversprechens des Bürgermeisters, "es werde keine Neuverschuldung geben". Als was versteht sich die BIP - als außerparlamentarische Opposition oder als Kassenwart der Gemeinde? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass von der "BIP" nur die Baumaßnahme in Friedersdorf angeprangert wird. Will Herr Detsch in das traditionell gute Verhältnis zwischen Welitsch und Friedersdorf einen Keil treiben?
Übrigens - der Gartenbauverein Friedersdorf kümmert sich seit über 20 Jahren um Pflege und Schmuck des Dorfes - aus Kostengründen versteht sich (lediglich ein geringer Zuschuss zu den Materialkosten kommt von der Gemeinde).
Herr Detsch, das wäre zum Beispiel eine Möglichkeit, in anderen Ortsteilen "Verschwendung öffentlicher Gelder" anzuprangern.

Hans Zapf
Friedersdorf