Zell — Der Böhlgrund bei Zell ist das größte Naturwaldreservat in Bayern. Es hat ungefähr 150 Hektar. Zum bayernweiten Tag der Naturwaldreservate stellen das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt sowie der Forstbetrieb Ebrach den Böhlgrund bei einer Wanderung mit Führung vor.
Die Tour findet am Freitag, 25. September, statt. Treffpunkt ist um 15 Uhr auf dem Wanderparkplatz Böhlstraße in Zell am Ebersberg. Am Ende des etwa zweistündigen Spaziergangs auf dem Schlangenweg lädt der Forstbetrieb zur Brotzeit ein.
In den Naturwaldreservaten läuft die natürliche Waldentwicklung ungestört ab. Im Lauf der Zeit entstehen urwaldähnliche Wälder mit starken Bäumen und viel Totholz. Die ersten Naturwaldreservate wurden in Bayern eingerichtet. Der Freistaat hat 159 Naturwaldreservate auf über 7100 Hektar; davon liegen 153 im Staatswald. Die Durchschnittsgröße eines Naturwaldreservats in Bayern beträgt rund 45 Hektar.
In Naturwaldreservaten ruht die Forstwirtschaft. Es werden weder Holz geerntet noch neue Wege gebaut. Nur in Ausnahmefällen darf der Waldbesitzer zur Motorsäge greifen: Wenn beispielsweise dürre Äste oder abgestorbene Bäume Wanderer auf ausgezeichneten Wegen gefährden oder der Borkenkäfer benachbarte Wirtschaftswälder zu befallen und zu schädigen droht.


Labor unter freiem Himmel

Für die Bayerische Forstverwaltung sind die Naturwaldreservate eine Art Labor unter freiem Himmel. Nur dass hier die Wissenschaftler nicht im weißen Kittel mit Pipette und Bunsenbrenner arbeiten, sondern in wetterfester Kleidung mit Fernglas und Maßband. Hier sammeln Wissenschaftler wichtige Daten über den Wald und seine Entwicklung sowie über die Tier- und Pflanzenwelt.
In den Naturwaldreservaten bleibt der weitgehend naturnahe Zustand der Wälder mit ihren typischen Tieren, Pflanzen und Pilzen erhalten und sie können sich dort auch in Zukunft ungestört entwickeln. Vorteil: Die natürlich vorkommenden und oft seltenen Tier- und Pflanzenarten in den Naturwaldreservaten wandern in benachbarte Waldflächen aus und besiedeln so auch umliegende Wälder. ks