Herzogenaurach — Zum 70. Mal hat sich dieses Jahr das Ende des Zweiten Weltkrieges gejährt - und damit auch die Vertreibung der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien. Es gibt immer weniger Menschen, die diese Zeit bewusst erlebt haben, die sogenannte "Erlebnisgeneration" verliert rapide an Mitgliedern.
Wie gehen ihre Enkel in Deutschland, Österreich und Tschechien mit diesem gemeinsamen Erbe um? Treten sie es an - oder schlagen sie es aus? Gelingt es ihnen, dieses Ereignis, aber auch seine Vor- und Nachgeschichte zu bewältigen? Haben die Nachgeborenen die Chance, sich zu versöhnen, oder stellt sich diese Frage vielleicht gar nicht, weil sich diese Generation nie Leid zugefügt hat?
Diesen Fragen geht der Journalist und Buchautor Ralf Pasch in seinem Buch "Die Erben der Vertreibung" nach, das 2014 im Mitteldeutschen Verlag Halle/Saale erschien. Es vereint 15 Portraits aus der dritten Generation. Pasch stellt in seinem Vortrag einige Protagonisten des Buches vor und spricht auch über seinen Umgang mit dem eigenen böhmischen Erbe.
Auch drei Generationen von Herzogenauracherinnen kommen dann in einem Generationengespräch zu Wort. Fragen und persönliche Erinnerungen aus dem Publikum runden den Abend mit Ralf Pasch ab.
Der Autor wurde 1967 in Thüringen geboren, Schule und Abitur absolvierte er in der DDR. Ab 1990 arbeitete er als Redakteur bei der Südthüringer Zeitung, seit 1995 ist er freischaffend für verschiedene Tageszeitungen tätig, seit 1999 im Journalistenbüro Kassel. Für Rohnstock Biografien Berlin schreibt er als Autobiografiker Lebensgeschichten auf. Seine Großeltern väterlicherseits kommen aus Nordböhmen. red