von unserem Mitarbeiter Gerhard Schmidt

Hofheim — Vor 50 Jahren feierte die evangelische Kirchengemeinde Hofheim die Einweihung ihrer neuen Kirche mit dem Namen "Christuskirche". Deshalb findet am kommenden Samstag, 18. Juli, und am Sonntag, 19. Juli, ein Jubiläumswochenende statt.
Am Samstag um 19.30 Uhr gibt das Ensemble "Ringelspiel" im Festzelt ein Konzert. Drei Musiker bieten Wienerlied und Kaffeehausmusik im Wechsel mit Wiener Schmankerln. Satire, amüsante Anekdoten, Kabarett und Geschichten sind Teil eines kurzweiligen Programms.
Mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Jubiläumskirche ist der ehemalige Landesbischof Johannes Friedrich als Prediger am Sonntag dabei. Parallel wird ein Kindergottesdienst angeboten. Im Anschluss wird zum Mittagessen gebeten. Um 13.30 Uhr hat der Kindergarten "Höhlenzauber" aus Lendershausen seinen Auftritt mit einem anschließenden Kinderprogramm. Ab 14 Uhr wird dann zum offenen Singen in die Christuskirche eingeladen.
Mit einem Abschlusskonzert um 15.30 Uhr mit dem bekannten Panflötenspieler Heiko Ziegler und einer Schlussandacht soll das Gemeindefest enden. Ziegler ist ein gebürtiger Bayreuther.
Bereits 1955 war der Wunsch aufgekommen, in Hofheim ein eigenes Gotteshaus zu besitzen, denn der Weg zur Laurentiuskirche nach Lendershausen war für ältere Leute zu beschwerlich und man wich mit einem Betsaal im Rügheimer Tor aus. Man erzählt sich heute, dass die Andacht unterbrochen werden musste, wenn ein Lastwagen das Tor passierte. Aus dem Wunsch, eine eigene Kirche zu besitzen, wurde schnell ein fester Entschluss und man gründete 1955 einen Kirchenbauverein. Hans Leonhardt und Heinrich Brückner wurden auf der Suche nach einem Bauplatz für die Kirche fündig. Es war das Gefängnis und ein Anwesen in der Kirchgasse, die man kaufen und abreißen wollte.
Zuerst wurde jedoch eine Tochter-Kirchengemeinde gegründet, weil die Landeskirche sonst keine Zuschüsse gewährt hätte. Im Zuge der Erschließung des neuen Baugeländes am Sännig stellte die Stadt Hofheim der Tochterkirchengemeinde einen großen Bauplatz für die Errichtung einer Kirche, eines Gemeindehauses und eines Pfarrhauses in Aussicht. So kam es zum Neubau der Christuskirche und eines Gemeindehauses.

Erste Planung war zu groß

Die erste Planung der Architektengemeinschaft Olaf Andreas Gulbransson aus München und Wilhelm Wirth aus Schweinfurt erschien zu groß. Architekt Karl Schwabenbauer, der Nachfolger des tödlich verunglückten Gulbransson, erreichte durch Nachbesserung und Verkleinerung des Bauplanes erhebliche Einsparungen. So entstand die Kirche mit der Zeltdacharchitektur und dem auffälligen spitzen Turm.
Die junge Kirchengemeinde erhielt starke Unterstützung durch den damaligen Landrat im Kreis Hofheim, Herbert Kramer, und Hofheims Bürgermeister Willi Moritz. Die Stadt gewährte der evangelischen Kirchengemeinde einen Zuschuss in Höhe des Grundstückwertes, so war das Grundstück eine Schenkung der Stadt. Der Erlös aus dem Verkauf des Grundstückes in der Kirchgasse war das Startkapital für den Neubau.
Im Frühjahr 1964 konnte man das Fortschreiten der Bauarbeiten beobachten. Am 10. Oktober wurde Richtfest gefeiert. Während vor Einbruch des Winters das Gemeindehaus noch vollständig und die Kirche nur provisorisch gedeckt werden konnten, schritten im Frühjahr 1965 die Arbeiten zügig voran. Seitens der Kirchengemeinde begleitete Pfarrer Tuve Schmiedeberg den Bau des neuen Gotteshauses. Als Wegbereiter für den Kirchenneubau wird aber Pfarrer Benjamin Wildermuth gesehen. Schmiedeberg und der neue Pfarrer Friedrich Herold verfolgten weiterhin den Kirchenbau, der dann am dritten Advent 1965 eingeweiht wurde.

Die Orgel kam später

Die neue Orgel wurde 1969 angeschafft, denn das Gebäude musste erst ausgetrocknet sein. 1970 erfolgte die Vereinigung von Eichelsdorf, Hofheim und Lendershausen zu einer Gesamtkirchengemeinde.