Das Schreiben trägt das Datum vom 11. Oktober. Drei Tage später wurden die daraus resultierenden Konsequenzen gezogen. Ein vernichtendes Urteil fällten die Sachbearbeiter der Regierung von Unterfranken über den Antrag des Landratsamtes Haßberge auf Herausnahme von 90,2 Hektar Bürgerwald aus dem Naturpark Haßberge, um darin vier Windräder aufzustellen. So heißt es in einer 13-seitigen Beurteilung, dass für die "Schwere des Eingriffs ins Schutzgebiet die stichhaltige Begründung" fehle.
Einem Rüffel an die Antragssteller gleich kommt der Hinweis, dass der Regionalplan für den Landkreis noch Flächen zur Nutzung der Windkraft ausweist, die außerhalb von Landschaftschutzgebieten liegen.
Extra unterstrichen die Bemerkung: "Es gibt also alternative Standorte für Windkraftanlagen, für die keine Schutzgebiete in Anspruch genommen werden müssen, weshalb eine Herausnahme von Flächen aus dem Naturpark nicht gerechtfertigt ist." Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft seien, dürften anderweitigen Überlegungen angestellt werden. Ins Klar-Deutsch übersetzt: Erst die Hausaufgaben machen.


Hausaufgaben nicht gemacht

Die Vertreter der Regierung von Unterfranken, namentlich Stefanie Mattern, kommen im Behördendeutsch und mit Hinweise auf vielerlei Gesetzesvorgaben zum Schluss, dass im weiteren Verfahren keine Aussicht auf Genehmigung besteht, weswegen die GUT-Verantwortlichen vergangenen Freitag nach dem Studium des Schreibens aus Würzburg auch schnell die Reißleine zogen.
Vereinfacht und verkürzt heißt es darin nämlich: Windräder werden in Unterfranken in Landschaftsschutzgebieten zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber nicht in dieser Größe und dieser Art im Bürgerwald, da Auswirkungen auf den Rest des Naturparkes befürchtet werden.
Zu negativen Einschätzungen kommen die Regierungs-Experten der übergeordneten Stellen sowohl aus landesplanerischer wie auch aus naturschutzfachlicher Sicht. Ungeachtet der zumindest politisch süffisanten Rechtsfrage, wer wann welchen Gutachter auf welches Gebiet schicken darf, beziehen sich die Vertreter der oberen Naturschutzbehörde auch auf die Erkenntnisse eines Büros, das im Auftrag der Bürgerinitiative aus Kirchlauter anrückte und dabei im Juli hohe Aktivitäten der kollisionsgefährdeten Vogelarten, wie Schwarzstorch und Wespenbussard, aufzeigte.
Mittlerweile wurde auch bekannt, dass auch der Bund Naturschutz in einer Stellungnahme die Windräder ablehnte. Mit Hinweis auf die Wildkatze. "Das sollte am Sonntag beim Jubiläum der Kreisgruppe bekanntgegeben werden", verriet Harald Amon, BN-Vorsitzender aus Ebern.
Viel mehr Negativ-Punkte hatte dagegen ein anderer Natuschutzverband erkannt: Der deutsche Alpenverein monierte fünf Bereiche...