Herzogenaurach — Er ist einer der kostbarsten Schätze auf der Welt, der Wald. Er gehört neben den Weltmeeren zu den artenreichsten, produktivsten und wertvollsten Lebensräumen der Erde. Bäume erzeugen Sauerstoff, binden Kohlenstoffe und regulieren das Klima. Letztendlich bietet der Wald Nahrung und Unterschlupf für Pilze, Insekten und Vögel.
Hinzu kommt: Je größer sein Holzvorrat, desto mehr Kohlenstoff kann ein Wald speichern, und umso besser schützt er das Klima. Das haben teils auch schon die Altvorderen erkannt: Für sie war der Wald Energie- und Holzlieferant, was er noch heute ist, und in jüngerer Zeit gehören die Wälder auch zu den beliebten Naherholungsgebieten.

Vorbildliche Waldbewirtschaftung

Die Wälder um Herzogenaurach wurden erstmals 1348 aufgeführt. Darunter das Purkholz (Burgwald), der Than (Thonwald) und der Pirchkeinpuchel (Birkenbühl). Heute kümmert sich die "Waldcorporation Herzogenaurach und Welkenbach" um die Bewirtschaftung der Wälder. In diesem Jahr ist ein Holzeinschlag von rund 3300 Festmetern geplant, wie Helmut Fischer, Vorsitzender der Waldcorporation, bei einem Rundgang im Thonwald erläuterte. Sichtbar stolz ist Fischer, dass die Körperschaft für eine vorbildliche Waldbewirtschaftung ausgezeichnet wurde. Die Wälder bestehen aus gut 187 Miteigentumsteilen, die auf den alten Häusern der Innenstadt ruhen und nicht auf andere Häuser überschrieben werden können. "Dazu kommen eine Reihe von Privatbesitzern, die teils nicht mehr in der Stadt wohnen und vielleicht gar nicht mehr wissen, dass ihnen hier ein Stück Wald gehört", erzählt Fischer. Einige Abschnitte seien völlig ungepflegt, weil sich niemand kümmere.
Die Herzogenauracher Wälder seien nicht nur ein Nutzwald, sondern auch ein beliebtes Naherholungsgebiet. Es sei die Aufgabe der Corporation und der Waldbesitzer, den Holzertrag und das Ökosystem Wald zusammenzubringen. Durch den Klimawandel werde sich auch die Bewirtschaftung der Wälder ändern, sagt Fischer voraus. Die Corporation setze neben Neupflanzungen und Aussaat auf Naturverjüngung, an der sich viele freiwillige Helfer beteiligen - wie Vögel und Eichhörnchen, die zum Beispiel Bucheckern als Wintervorrat vergraben, aber selten wiederfinden. Durch die flinken Helfer habe sich zum Beispiel ein alter Buchenbestand nahe der Hessenmühle in den letzten Jahren stark ausgedehnt. Natürlich müssten jedes Jahr Bäume gefällt werden, so erreiche eine Kiefer mit etwa 140 Jahren ihr Lebensalter und ein Baum mit einem angefaulten Kern sei nicht mehr verkäuflich. Zudem müssen die entfernt werden, die dem Nachwuchs Platz und Licht nehmen.

Holzmangel bestimmt die Preise

Die Holzpreise seien derzeit auf hohem Niveau und "die Nachfrage ist ungebrochen, wir haben Holzmangel". Die Stämme die derzeit entlang der Waldwege auf ihre Abholung warten, finden je nach Qualität Verwendung für Schreinerholz, Paletten, für die Papierindustrie oder auch als Brennholz. Das war in früheren Jahren noch mehr der Fall, denn es wurde, bis das billige Heizöl kam, Brennholz gesammelt. Inzwischen, auch durch die gestiegenen Ölpreise oder einer Rückkehr zur Nostalgie zu einem Kachel- oder Holzofen, steige der Bedarf nach Brennholz. Im Schnitt werden etwa neun Festmeter pro Hektar und Jahr entnommen.
Der Stickstoffeintrag aus der Luft betrage etwa 25 Kilogramm pro Hektar und Nadeln, Blätter und Astwerk haben erheblich zur Verbesserung der Humusböden beigetragen. sae