von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Vierzehnheiligen — Die Ordensgemeinschaften in Deutschland möchten in diesem Jahr dazu nutzen, auf die Vielfalt des Ordenslebens aufmerksam zu machen. In der Basilika Vierzehnheiligen stand daher das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Orden im Mittelpunkt der fünf Fastenpredigten, die mit der Predigt von Äbtissin Mechthild Thürmer aus Kirchschletten abgeschlossen wurden.
Pater Bernhard Braun, der die Benediktinerin und Leiterin der Abtei "Maria Frieden" in Kirschletten vorstellte, unterstrich, dass die Äbtissin seit 30 Jahren Religionsunterricht in der Zapfendorfer Schule gebe. In Gößweinstein geboren, sei sie eine echte Oberfränkin, fügte der Franziskaner hinzu.
Zu Beginn ihrer Predigt stellte die Äbtissin ihren eigenen Lebensweg vor. "Der Tag der Ewigen Profess war ein ganz besonderer Tag in meinem Leben", sagte sie. Aber das allein sei es nicht, es gehe eine längere Geschichte, eine Glaubenserfahrung, die Berufungsgeschichte, vo raus.
Sie beginne mit Abraham und den Berufungserzählungen der Propheten im Alten Testament. Im Neuen Testament seien diese nicht so spektakulär, geschehen mitten im Alltag, bei der Arbeit, doch auch unterwegs. Die Berufung verlange ein Hinter-Sich-Lassen dessen, was der Einzelne bis dahin gelebt und geschätzt habe.
Ordensleben sei Alltagsleben, machte die Äbtissin deutlich. Aber es sei intensives Leben Gottes im Alltag. Die ganze Struktur des benediktinischen Lebens versuche dabei zu helfen. "Bete und arbeite", werde Benedikt in den Mund gelegt. Es gebe Zeiten des Gebets, der Arbeit aber auch Zeiten der Erholung. Benediktinisches Leben sei ein Leben in der Gegenwart Gottes. "Die Klausur, in der wir leben, soll uns schützen vor dem Lärm der Welt", sagte sie.

Kostbares Leben

Es gehe nicht um ein Geringschätzen von allem, was es sonst noch gibt. "Kostbar ist mein Leben, ich verzettele mich nicht, sondern konzentriere mich auf das Wesentliche: auf Gott", unterstrich die Äbtissin. "Der Verzicht auf Unnötiges, Belastendes befreit unser Leben. Wer zur inneren Freiheit gelangt, kann ruhig, gelassen, lebendig und frei sein." Zum Schluss ihrer Predigt appellierte Äbtissin Mechthild Thürmer an alle Gläubigen, den segensreichen Ordensstand der Kirche durch ihr Gebet zu unterstützen.