Rossach — Der Turn und Sportverein (TSV) Rossach hat Schwierigkeiten im Jugendbereich. Immer mehr Schüler und Jugendliche werden von anderen Vereinen abgeworben. Dies bedauerte der Sportbereichsleiter Martin Fertsch bei der Hauptversammlung. Die Abwerbung beginne bereits in der F- und E-Jugend. Besonders der SV Tambach stand im Mittelpunkt seiner Kritik. Die Abwerbung schlage sich in der D-, der C- und B-Jugend bereits deutlich nieder. Die Jugendmannschaften seines TSV Rossach hätten jetzt Probleme, die nötige Mannschaftsstärke zu stellen. Dieser Meinung waren auch die Betreuer der E-Jugend, Andreas Volk und Stefan Kestel.

Rundbrief an die Spieler

Spielergemeinschaften bestehen in der C- und B-Jugend mit den Sportvereinen Gleußen, Merzbach und Memmelsdorf. Trotz der dünnen Spielerdecke von zwölf Jugendlichen konnte die C-Jugend den Aufstieg in die Kreisliga schaffen. Der Vorstand beabsichtigt, ein Schreiben an alle Spieler zu senden, um eine verbindliche Zusage zu erhalten, ob sie für den weiteren Verbleib beim TSV Rossach zur Verfügung stehen.
Mit dem jetzigen Tabellenplatz der 1. und 2. Mannschaft sind sowohl Abteilungsleiter Christian Reissenweber als auch Martin Fertsch unzufrieden. Grund sei hierbei der ständige Spielerwechsel. In der Vorrunde wurden 29 Mann in der 1. Mannschaft eingesetzt. Auch die mangelnde Trainingseinstellung, aber auch Ausfälle durch Schule, Studium, Prüfungen oder Schichtarbeit seien schuld. Ohne die vielen Neuzugänge aus anderen Vereinen hätte der TSV Rossach schon lange keine 2. Mannschaft mehr stellen können.
Kassierer Bernd Mania berichtete, dass der Mitgliederbestand fast gleichgeblieben sei. Insgesamt sind im Verein 339 Mitglieder gemeldet, davon 61 Kinder und 20 Jugendliche.
Im vergangenen Jahr wurde eine Nordic-Walking-Gruppe gegründet, stellte erfreut der Vorsitzende Bernd Schneider fest. Geleitet wird die Gruppe von Norbert Müller und besteht zur Zeit aus elf Aktiven.

Mehr den Trends folgen

Vorsitzender Bernd Schneider, der im Jahre 2018 seinen Posten aufgeben will, meinte, dass der Verein in Zukunft neue Modesportarten anbieten müsse. Diese sollten Jung und Alt erreichen. Er bedauert, dass immer weniger Mitglieder eine Verantwortung im Verein übernehmen wollen. Nur ein Schiedsrichter sei gemeldet. Dies sei bei 40 bis 50 Sportlern bedauerlich. Auch für die Jugendbetreuung seien in Zukunft Mitglieder gefordert. Hier wollen fünf Mannschaftsbetreuer aufhören. Auch die Bewirtung des Sportheimes könnte eine Verstärkung vertragen. In diesem Jahr stehen etliche Baumaßnahmen an. Es sollen die Fenster im Sportheim ausgewechselt werden, was Kosten von rund 10 000 Euro verursache. Der obere Sportplatz muss für rund 6000 Euro dringend saniert werden.
Sehr erfreut über die Aktivitäten des Vereins zeigte sich Bürgermeister Udo Siegel (CSU/Bürgerblock). Trotz der Talentsuche unter den Schülern und Jugendlichen habe er keine Sorge um die Fußballabteilung. Seinen Dank sprach er dem gesamten Verein für die Unterstützung der in Rossach wohnenden Flüchtlinge aus. Dies sei vorbildlich im gesamten Gemeindebereich.
Bernd Schneider konnte auch einige langjährige Mitglieder auszeichnen. Peter Bartsch und Stephan Ilgner gehören dem TSV Rossach seit 25 Jahren an.
Bürgermeister Udo Siegel und sein Vater Rudolf Siegel, der bei dem Termin nicht anwesend sein konnte, traten vor 40 Jahren dem TSV Rossach bei. Ebenfalls 40 Jahre ist Ulrich Kanzler Mitglied im Rossacher Sportverein.
Heinz Stammberger