Das Lieblingsrezept der Spargelprinzessin Simone I. ist Spargelsalat mit Erdbeeren und einem Orangendressing mit Vanille. Das sei zwar eine "wilde Kombination", räumt die aus dem Frensdorfer Ortsteil Herrnsdorf stammende gelernte Hauswirtschafterin ein. Aber offensichtlich nicht ganz so ungewöhnlich, wie es im ersten Augenblick scheint. Denn auch Landrat Hans Kalb (CSU) hat eine Vorliebe für Spargel mit Erdbeeren und gestoßenem Pfeffer.
Der Landkreischef besuchte zusammen mit der oberfränkischen Spargelprinzessin den Spargelhof Leiste im Schlüsselfelder Ortsteil Rambach. Den Termin nahm auch die Bayerische Weißwurstkönigin Christin I., die in Schlüsselfeld beheimatete Christin Herrmann, wahr. Auch Majestäten plauschen gerne mal miteinander.
Stilla und Lutz Leiste betreiben in Rambach bereits seit 40 Jahren Spargelanbau. Angefangen haben sie ganz klein - "mit einem halben Tagwerk" - also weniger als 2000 Quadratmetern. Heute wird auf dem Spargelhof auf 3,2 Hektar weißer Spargel und auf einem halben Hektar grüner Spargel angebaut. Vom grünen Spargel ist in diesem Jahr allerdings keine Ernte zu erwarten - er ist erfroren.


Schwarzwurzel in der DDR

Der 42-jährige Sohn Markus und Schwiegertochter Peggy haben mittlerweile den Spargelhof übernommen. Peggy, die aus Sachsen stammt und "eingeheiratet" hat, erlebt bereits ihre 17. Spargelernte.
Ob sie denn in ihrer angestammten Heimat schon mit Spargel zu tun hatte? "Nein, ich kannte Spargel überhaupt nicht", sagt Peggy Leiste. In der DDR habe es keinen Spargel, dafür nur Schwarzwurzel gegeben, erzählt sie lachend.
"Gestern war der erste schöne und ertragreiche Tag", sagt Seniorchefin Stilla Leiste. Den jährlichen Ertrag ihrer Spargeläcker können die Anbauer nicht in Zahlen angeben. Einmal so, das nächste Jahr wieder ganz anders, wäre die richtige Auskunft. Die Spargelernte 2015 beispielsweise fiel wegen der Trockenheit ganz schlecht aus. "Vor 20 Jahren haben wir einmal an einem Tag 120 Körbe Spargel geerntet", erinnert sich Stilla Leiste. Das habe es seither aber nie mehr gegeben.
"Der Spargel will gut durchwärmten Boden", erklärt Hofnachfolger Markus Leiste. Ideal wäre eine Nachttemperatur von 12 Grad. Die Tagestemperatur dürfe gerne 20 Grad und darüber sein, vor allem wenn hin und wieder ein kleines Wärmegewitter für Feuchtigkeit sorgt. Aber das ist Wunschdenken. Ohne den Schutz von Folien geht hierzulande im Spargelanbau überhaupt nichts.
Und - ähnlich wie der Kree (Meerrettich) - will auch der Spargel "jeden Tag seinen Herrn sehen". Jedenfalls während der Saison. Da geht Markus Leiste schon mal mitten in der Nacht auf den Spargelacker, um die Folie zu richten, die der Sturm weggeweht hat. Während der Saison haben die Rambacher Spargelbauern Erntehelfer aus Rumänien beschäftigt. Allein wäre die Arbeit kaum machbar, vor allem weil das weiße Spitzengemüse noch komplett von Hand sortiert wird.
Spargelfans sollten jetzt ordentlich zuschlagen. Denn an Johanni - 24. Juni - ist alles vorbei. Kulinarische Genüsse aus der Region gibt es aber auch danach noch genug. Landrat Hans Kalb will erstmals im September zu einem "Genusstag der Region" nach Buttenheim einladen.