Wo finden sich Spuren im Wald und von wem sind sie? Bereits zum dritten Mal hat die Kreisgruppe des Bayerischen Jägerverbands im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Ebensfeld "Auf Fährtensuche in die Natur" eingeladen.
Vom Treffpunkt, der Gastwirtschaft Hagel in Dittersbrunn, geht es für 19 Mädchen und Jungen in die Natur und diese liegt direkt vor der Haustür. Dazu haben sich der Vorsitzende der Kreisgruppe Michael Hagel, sein Stellvertreter Christian Hahn, Roland Schneider und Johanna Lieb einen Vormittag lang Zeit genommen, um den Kindern den Wald und seine Tiere nahe zu bringen.


Trampelpfad zur Wiese

Wenn es schon in den Wald geht, sollte man auch die Bäume kennen. Gleich nach dem Ortsschild von Dittersbrunn gibt es eine Reihe von Bäumen zu sehen. Fichten, Birken, Lärchen und ein Kirschbaum stehen auf engem Raum zusammen. Einige Meter weiter macht Johanna auf eine Rehspur aufmerksam. Aus dem Wald heraus führt ein deutlich sichtbarer Trampelpfad in Richtung Wiese. Hier stellt sich die Frage, wann die Spur zum letzten Mal genutzt wurde. Eine Frage, die aufgrund der anhaltenden Trockenheit nicht ganz einfach zu beantworten ist. "Man muss auf alles achten", erklärt Hagel. Beispielsweise, ob der Waldboden aufgewühlt ist oder ob Gräser abgeknickt sind. Vermutlich wurde sie schon einige Zeit nicht mehr genutzt.


Schlammpfütze als Suhle

Im Wald lassen sich die ersten Spuren von Wildschweinen ausmachen. Direkt neben dem Waldweg befindet sich eine riesige Schlammpfütze, oder wie es korrekt heißt eine Suhle. Quasi die Badewanne der Wildsau. "In den Borsten der Wildschweine hält sich allerlei Ungeziefer auf", erklärt Hagel. Um ihre Plagegeister wieder loszuwerden, wälzen sich die Tiere im Schlamm. Der wird dann anschließend an einem Baum wieder abgerubbelt. Die Wildschweine werden damit alles Ungeziefer los. Auch der Badetag der Wildschweine scheint schon einige Tage zurückzuliegen, denn das Wasser in der Schlammpfütze ist relativ klar. Wären sie am Tag zuvor da gewesen, müsste das Wasser eigentlich trüb sein. Wenige Meter entfernt lässt sich der Baum ausmachen, an den die Wildschweine den Schlamm wieder abrubbeln.
An einer anderen Stelle im Wald macht Hagel auf eine sogenannte Plätzstelle aufmerksam. Eine kleine Fläche, die ein Rehbock plattgedrückt und geebnet hat. Eine Plätzstelle dient zur Markierung des Reviers. Sie signalisiert Revierfremden, dass hier ein anderer der Chef ist. "Wenn ein anderer Rehbock stärker ist, dann kann sich der Eindringling auf einen Kampf einlassen", erklärt Hagel. Andernfalls sucht er das Weite. An einer anderen Stelle sind die Fegespuren eines Rehbocks zu sehen. Spuren hat auch ein Greifvogel hinterlassen, der ein Tier erlegt hat.


Astgabel als Geweih

Neben den Spuren von Reh und Wildschwein gibt es im Wald noch vieles zu entdecken. Ein schöner Stein beispielsweise, eine Astgabel, die Eva sich als Geweih über den Kopf hält oder ein saftig grünes Kleeblatt. Nur die Pilze machen sich rar, im Gegensatz zu den Mengen, die bei der ersten Spurensuche im Wald vor zwei Jahren den Waldboden bedeckten.
Allerdings stammt nicht jede Spur von einem Tier, auch ausgesprochen unordentliche Zeitgenossen haben so einiges hinterlassen. Unrat liegt sogar in der Suhle der Wildscheine, wo eine achtlos weggeworfene Getränkeflasche liegt. Die Jäger ärgert die Umweltverschmutzung, deshalb kümmern sie sich um die Entsorgung von Flaschen, Plastiksäcken und weiterem Unrat, der nicht in den Wald gehört.
Wieder zurück in der Gastwirtschaft Hagel wartet auf die Kinder eine kleine Erfrischung. Am Ende dürfen sie sich über ein kleines Faltblatt mit Bestimmungstabellen zu den häufigsten Tierarten freuen, die ihnen künftig die Spurensuche erleichtert.