1987, also vor genau 30 Jahren, wurde erstmals die Blaue Flagge als weltweit erstes gemeinsames Umweltsymbol an vorbildliche Sportboothäfen und Badestellen verliehen. Bei der Feier zur Verleihung der 31. Blauen Flagge 2017 für Bayern wurde der 1. Motorbootclub Obertheres (MBCO) zum 20. Mal in Folge mit der Blauen Flagge ausgezeichnet.
Bei der Veranstaltung auf dem Vereinsgelände am Main in Obertheres erhielten außerdem der Yachtclub Forchheim 1969, der Yachtclub Miltenberg, der Erlenbacher Wassersportclub, der Motor- und Segelbootclub Coburg, der Yacht Club Bad Wiessee sowie der Ebensfelder See, der Ostsee in Bad Staffelstein und der Rudufersee in Michelau in Oberfranken die begehrte Auszeichnung. Wobei sich Anne Schmitt, Geschäftsführerin des "Flussparadieses Franken", besonders stolz darauf zeigte, dass die drei bayerischen Badestellen die einzigen sind, die heuer in Deutschland die Blaue Flagge erhalten haben.
Der Vorsitzende des MBCO, Bernd Schaufuß, freute sich sehr, dass sein Verein die Kriterien wieder erfüllt habe und die Blaue Flagge 2017 hissen könne. "Als unser Vorsitzender Heinz Fick vor 20 Jahren mitteilte, dass wir das Umweltsymbol anstreben, haben wir ihn teils ein wenig belächelt. Dass es uns trotzdem gelungen ist, das Ziel 20 Jahre lang zu erreichen, macht uns sehr stolz", sagte er. "Wir haben sozusagen in der Kreisliga begonnen und nähern uns langsam der Europaliga."
Die Blaue Flagge wird in Deutschland seit 1987 alljährlich neu von der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU) verliehen. So berichtete deren Vertreter Robert Lorenz, dass heuer 101 Sportboothäfen und 41 Badestellen an Küsten und Binnengewässern das Umweltsymbol erhalten haben.
Weltweit wiederum wehen heuer 4367 Blaue Flaggen in insgesamt 50 Ländern. "Erstmals wurden heuer auch 50 Anbieter von nachhaltigen Bootstouren ausgezeichnet", teilte er mit und betonte, dass die Aussicht auf die Blaue Flagge helfen könne, Widerstände zu überwinden und Maßnahmen durchzusetzen.
Der Thereser Bürgermeister Matthias Schneider (CSU) dankte allen, die sich für die Einhaltung der Umweltstandards der Blauen Flagge eingesetzt hatten. "Es ist gar nicht so einfach, den Anforderungskatalog zu erfüllen, und so ist die Blaue Flagge eine herausragende Auszeichnung und ein Aushängeschild für die Vereine und Kommunen", betonte er.
Heinrich Schoppmann, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Schweinfurt, erläuterte zunächst Veränderungen in seiner Behörde. So würden in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Ämter in Schweinfurt und Aschaffenburg zum Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Main fusionieren. Die beiden Standorte würden aber erhalten bleiben und gleichberechtigt arbeiten. Um den Main als "schönes Revier" für alle, auch für den Umwelt- und Wassertourismus, zu erhalten, investiere das Amt in Schweinfurt jährlich rund 20 Millionen Euro, unter anderem in die Sanierung der Schleusen. Geplant sei auch eine ökologische Durchgängigkeit durch den Bau von Umgehungsgerinnen für die Fische an den Staustufen.


"Gelebter Umweltschutz"

"31 Jahre Blaue Flagge sind gelebter, aktiver Umweltschutz", erklärte Dietmar Reeh, Vizepräsident des Deutschen Seglerverbandes (DSV) mit dem Geschäftsbereich Umwelt und Recht. Die einzuhaltenden Kriterien seien nicht willkürlich, sondern vielfältig, systematisch geordnet und objektiv bewertbar. Der DSV unterstütze die Kampagne seit 1987 und werde dies auch weiterhin tun. Schön sei, dass heuer 37 Mitgliedvereine mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurden. Im Fokus stehe auch das Miteinander aller, die den Main nutzten, von den Seglern über die Motorbootsportler bis hin zu den Kanuten, Ruderern und Wanderer.


Am Fahnenmast

Klaus Michael Weber, Präsident des Bayerischen Motoryachtverbands, schloss sich den Glückwünschen an. Die Mitglieder des Verbandes hätten in Bayern im Ehrenamt 60 Vereinshäfen geschaffen und der Verband unterstütze die Bestrebungen, die Blaue Flagge zu erhalten. Es gebe zwar immer noch unsachgemäße Argumente gegen den Wassersport, doch trage der Verband zur Objektivierung der Diskussion bei. Denn 2800 Kilometer Wasserstraße seien für die Motorsportboote gefährdet, erklärte er. Nach der Feier erhielten die ausgezeichneten bayerischen Clubs und Gemeinden die Blaue Flagge 2017 und der 1. MBCO hisste das Wahrzeichen an seinem Fahnenmast. ul