Wissenwertes über die Kartoffel erfuhren die Besucher eines Vortrags beim katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) Adelsdorf. Fachlehrerin Marianne Karbacher hatte auch einige Kostproben mitgebracht.
Als exotische Zierpflanze eingeführt, als Nahrungsmittel verkannt und abgelehnt, schließlich per königlicher Weisung als Feldfrucht zum Anbau zwangsverordnet, galt sie lange Zeit als Arme-Leute-Essen. Heute ist sie weltweit "in aller Munde" und aus Küche und Ernährung nicht mehr wegzudenken - die Kartoffel. Ihren Ursprung hatte sie in Südamerika im Bereich der Anden, wo sie bei den spanischen Eroberern bereits sehr beliebt war. Mit den Seefahrern kam sie nach Europa, konnte sich aber nach Akzeptanzschwierigkeiten nur langsam zu einem Grundnahrungsmittel entwickeln.
Die Kartoffel löste, besonders in armen Gegenden, die bis dahin gebräuchlichen Grundnahrungsarten aus Getreide wie Brei, Mus und Suppe ab und kam dadurch erst einmal in den Ruf als Armenspeise. Dennoch hat kein anderes importiertes Lebensmittel - außer Kaffee - unser Essverhalten so nachhaltig und weitreichend verändert. Man war nicht mehr vom Getreide abhängig. Der Kartoffelanbau ermöglichte zudem hohe Erträge auf relativ geringer Fläche. Kartoffeln waren außerdem schnell und sehr abwechslungsreich zuzubereiten und wurden so zu einer Frucht mit kulinarischem Reiz.
Es gibt über 190 Arten, darunter viele Wildarten. Das Nachtschattengewächs ist sehr gesund und macht nicht dick. Es besteht aus 78 Prozent Wasser, 16 Prozent Stärke, 2,1 Prozent Ballaststoffen und zwei Prozent Eiweiß. Kartoffeln werden nach Reifezeit eingeteilt in frühe, mittelfrühe und späte Sorten. Ihre Konsistenz reicht von festkochend, überwiegend festkochend bis mehlig und bestimmt dadurch die jeweils geeignete Zubereitungsart.
Marianne Karbacher informierte weiter über die richtige Lagerung der Kartoffel (kühl und dunkel), über die Möglichkeit der Rettung nicht gelungener Speisen durch die Kartoffel und auch über die Gefährlichkeit bezüglich des Giftstoffes Solanin, der sich an der Grünfärbung der Schale zeigt und auf jeden Fall vor Verzehr beseitigt werden muss. Und dann ist da noch die moderne Nahrungsmittelindustrie, die sich der Kartoffel bemächtigt hat mit ihrer großen Palette an Fertiggerichten wie Chips, Pommes, Kroketten, Knödel, Teige und Flocken, um nur einige zu nennen. Deutschland liebt die Kartoffel und liegt im Gesamtverbrauch an sechster Stelle hinter den Ländern China, Indien, Russland, USA und Ukraine.
Als Kostproben wurden den interessierten Teilnehmerinnen Kartoffelsuppe fränkisch und Süßkartoffelsuppe exotisch angeboten. Es folgten Kartoffelsalat aus Bamberger Hörnchen und lila Kartoffeln, verschiedene Pellkartoffeln zum Vergleich des Geschmacks und Kartoffelpuffer im Waffeleisen (fettfrei) mit Apfelkompott sowie abschließend saftiger Kartoffelkuchen.
Herta Meisel