Der Stadtjugendring Coburg (SJR) hat bei seiner Herbstvollversammlung am Dienstagabend in der CoJe (Coburger Jugendeinrichtung, früher: Stadtjugendheim) eine durchaus positive Bilanz seines Integrationsprojektes "Flüchtlinge werden Freunde" gezogen. Der besondere Dank des SJR-Vorsitzenden Alexander Müller galt dabei auch dem Bayerischen Jugendring (BJR), der für das Projekt bisher 50 000 Euro zur Verfügung gestellt hatte. "Das soll kein Strohfeuer sein", sagte Müller, "Integration ist eine Langzeitaufgabe!"
SJR-Geschäftsführerin Christine Völker nannte beispielhaft das Angebot "Klettern für Flüchtlingskinder", in dem der Deutsche Alpenverein Sektion Coburg sich einbringe. Außerdem erwähnte sie die Theatergruppe oder die Kreativgruppe. Es gebe auch Angebote für Multiplikatoren, also für Mitarbeiter im Haupt- und Ehrenamt, zur Fortbildung. Themen seien etwa Drogenprävention oder interkulturelles Kompetenztraining. Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) stellte heraus, dass durch die Integrationsarbeit mit geflüchteten jungen Menschen des gesellschaftliche Miteinander gefördert werde. Nowak: "Da bin ich ganz stolz auf unseren Stadtjugendring!"
"Die Planungen für 2017 laufen schon", fuhr Völker fort. Am Dienstagabend war jedoch noch unklar, in welchem Umfang der BJR sich künftig finanziell einbringen wird. Deswegen lag der SJR-Haushaltsplan 2017 noch auf Eis. Gewöhnlich stand der Haushalt in den vergangenen Jahren bei der Herbstvollversammlung auf der Tagesordnung. Claudia Gebele vom Bezirksjugendring Oberfranken signalisierte aber schon vorsichtig, dass sich an der finanziellen Unterstützung für die Integrationsarbeit durch den BJR nichts wesentlich ändern werde. Und noch eine gute Nachricht gab es vom Bezirksjugendring: Das Kinderradio "Funkolino" kann auch weiter auf Sendung gehen. Das Projekt "Schule ohne Rassismus" stoße auch auf immer mehr Resonanz, sagte Gebele.
Ein wichtiges Thema war am Dienstag auch die Juleica, die Jugendleiter-Card. Die Juleica soll zuerst einmal der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit sei. Sie sei damit ja auch ein Qualifikationsnachweis, denn wer so eine Juleica habe, habe ja auch eine Reihe von Kenntnissen in Rechtsfragen, Pädagogik und Organsationswesen erworben, erläuterte SJR-Vorsitzender Alexander Müller.
Freilich soll mit den Juleicas auch eine gewisse gesellschaftliche Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement verbunden sein. Dies manifestiert sich in bestimmten Vorteilen und Vergünstigungen für die Karteninhaber.
Müller freute sich, dass er in diesem Zusammenhang am Dienstag einige neue Unterstützer gewinnen konnte, aus dem öffentlichen Bereich. Vergünstigungen bieten nun die staatliche Schloss- und Gartenverwaltung Coburg, das Naturkundemuseum, das Gerätemuseum, das Aquaria oder der Bund der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ an, um einige zu nennen. Hinzu kommen noch zwei Fotogeschäfte, eine Bank, Tanzstudios und Gastronomiebetriebe sowie der BBC Coburg (Basketball) und der HSC 2000 Coburg (Handball). "Ohne engagierte und qualifizierte Ehrenamtliche geht es in der Jugendverbandsarbeit nicht", betonte Alexander Müller.
Auf dem Jahresplan 2017 steht auch wieder das Kinder- und Jugendfestival YouCo. Dies soll von Freitag, 23., bis Sonntag, 25. Juni 2017, stattfinden. Der Sonntag soll dabei wieder ein "Familientag" sein, "Wassertag" ist der Samstag. mako