von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Großenseebach — Die Sitzung des Großenseebacher Gemeinderates begann bei schönstem Wetter auf dem Dorfplatz neben der Kirche St. Michael. Bürgermeister Bernhard Seeberger (FW) hatte die Mitglieder des Gemeinderats, aber auch die Bevölkerung zu einem Treffen am Bouleplatz vor der Mehrzweckhalle eingeladen.
Dieser zentrale Platz vor der Mehrzweckhalle soll neu gestaltet werden. Bei der Sitzung des Gemeinderates im Februar hatte Matthias Rühl vom Neustadter Ingenieurbüro Stadt & Land schon Konzepte zur Umgestaltung des Dorfplatzes vorgestellt. Dass der nicht gerade einladende Platz umgestaltet werden sollte, darüber herrscht im Gremium grundsätzlich Einigkeit, nur über das "wie" gehen die Meinungen auseinander.
Auch beim Ortstermin inmitten des Platzes mit gerade einer Sitzbank, führte der Planer dem Gemeinderat vor Augen, dass der triste Platz keine Aufenthaltsqualität habe. "Ein Platz in dieser Dimension braucht eine Begrenzung, denn so wie er sich jetzt darstellt, wird er auch nicht angenommen", erläuterte der Planer.

Wasser bezaubert

Schon die einzige Bank auf dem großen Platz lade nicht gerade zum Sitzen ein, zumal sie auch völlig verkehrt stehe. "Da sitzen die Leute wie auf einem Präsentierteller", meinte Rühl. Es gehören zum einen mehr Sitzgelegenheiten aufgestellt und zwar nicht inmitten des Platzes, sondern am Rand unter die Pergola.
Für den Bouleplatz schlägt der Planer Wasser vor, denn Wasser habe nicht nur eine belebende Wirkung und ein begehbarer Brunnen wäre ein Erlebnis für alle Altersgruppen. Dem Vorschlag stehen einige Mitglieder des Gemeinderats skeptisch gegenüber. Denn ein Brunnen bedeute für den Bauhof Mehraufwand an Reinigungsarbeit und koste zudem Geld. "Was in anderen Gemeinden funktioniert, wird sicher auch in Großenseebach funktionieren", erklärte Rühl an einigen Beispielen, die sein Büro schon verwirklichte. Damit wachse auch die Attraktivität eines Platzes. Außerdem würde auch ein Insekten- oder Bienenhotel, besonders für die Kinder, einen Anreiz bieten.
Einem Spielplatz oder Matschplatz erteilte der Planer eine Absage, denn eine Umgestaltung sollte allen Generationen Anreize bieten.
Der Befürchtung, dass tobende Kinder bei einem Trauergottesdienst beispielsweise stören würden, teilt der Planer nicht. "Wenn das den Kinder erklärt wird, dann funktioniert das auch", ist sich Architekt Rühl sicher. Der Vorschlag eines Großenseebachers, die Gemeinde könne auch eine Kleinkunstbühne zulassen, wurde vom Bürgermeister dankbar aufgenommen. So könnten sich Musiker ebenso präsentieren wie Comedy sowie Künstler, die ein Programm für Kinder bieten. Da könne auch das angrenzende Lokal mit eingebunden werden.
Bürgermeister Seeberger bat die Mitglieder des Gemeinderats ins Gemeindezentrum zur regulären Sitzung, bei der der Dorfplatz nicht mehr behandelt wurde.