von unserem Mitarbeiter Gerold Snater

Römershofen — Elisabeth und Hans-Hermann Beuerle in Römershofen haben ihre goldene Hochzeit gefeiert.
Hans-Hermann Beuerle ist ein schwäbisches Urgestein, geboren und aufgewachsen in Stuttgart (1959 Abitur). Seine Frau Elisabeth stammt aus Sylbach. Kennengelernt haben sich die beiden in Bayreuth an der damaligen pädagogischen Hochschule bei ihrer Immatrikulation im Sekretariat, als sie nach einem Zimmer fragte. Er, im dritten Semester, bot sich spontan an, ihr als Ortskundiger dabei zu helfen. Da seine Familie zwischenzeitlich nach Burgkunstadt umgezogen war, kam man sich bei der Heimfahrt im Zug schon etwas näher. Aus der Bekanntschaft wurde während des Studiums eine intensive Beziehung.

Die Berufsanfänge

Seine erste Stelle als Lehramtsanwärter trat er in Münchberg an. Dort wurde bei Eis und Schnee der Führerschein gemacht, ein VW Käfer auf Pump gekauft, um damit nach Bayreuth zu seiner Liebsten zu fahren. Der damalige Pfarrer von Oberhohenried suchte für die frei gewordene Stelle an der einklassigen Schule in Römershofen einen evangelischen Lehrer. Eine neue Schule und ein Lehrerwohnhaus waren gerade im Bau, und so stand einer Heirat 1964 nichts mehr im Weg. Hans-Hermann Beuerle wurde Lehrer in Römershofen.
Elisabeth Beuerle hat ihre erste Lehrerstelle in Rügheim angetreten. Später folgten ein kleiner Schulverband mit Römershofen, Holzhausen und Uchenhofen, dann der Schulverband Riedbachgrund mit zwölf Klassen. Sie unterrichtete nun in Holzhausen.
Da die Eheleute Finnland-Fans geworden waren, kauften sie sich im Anschluss an das Wohnhaus ein brachliegendes Grundstück und errichteten darauf ein Wochenendhaus mit original finnischer Holzsauna. Nach dem Erwerb des Lehrer-Wohnhauses stand plötzlich ein riesengroßes Grundstück zur Verfügung. Es diente später erst einmal als Fußballfeld für den Nachwuchs, der sich inzwischen in Form zweier Söhne eingestellt hatte.
Da die Ehefrau als Lehrerin ihren Beruf nicht aufgeben wollte, wurde für die Oma zwischen Wohnhaus und Sauna ein dritter Baukörper erstellt, der bis heute sogenannte Neubau. Die Genehmigung durch das Landratsamt erfolgte allerdings unter der Bedingung, dass "keine weiteren Hütten" mehr errichtet werden dürften (Originalton).
Nach der Auflösung des Schulverbandes Riedbachgrund ging Hans-Hermann Beuerle an das neu entstandene Schulzentrum nach Haßfurt, wo er bis zur Pensionierung 2002 erst als Lehrer, dann als Konrektor wirkte. Elisabeth Beuerle zog es nach Königsberg an die Grundschule.
In den Sommerferien fuhr die Familie mit dem grünen Benz und dem Kanu regelmäßig nach Finnland an den Konnevesi Järvi. Mit den Besitzern des Sommerhauses verband sie bald eine sehr enge Freundschaft, die bis heute besteht. Dort lernten die Buben das Angeln, zu Hause lernten sie das Kicken beim FC Haßfurt. Was tut der Lehrer, wenn keine Ferien sind und er mit Korrekturen und Unterrichtsvorbereitung fertig ist? Beuerle ist seit fast 50 Jahren Lektor in der evangelischen Kirche und betätigt sich seit vielen Jahren als Schriftführer beim Feuerwehrverein. Die Jubilarin leitete viele Jahre engagiert und erfolgreich mit einer Truppe junger Mädchen den Kindergottesdienst.
Die Musik ist eine weitere Leidenschaft von Hans-Hermann Beuerle. Seit 30 Jahren singt er in Gunsenheimers unterfränkischem Singkreis, ebenso lange bläst er im Königsberger Posaunenchor die Bassposaune. Das vor Jahren im Keller eingerichtete Fotolabor hat zurzeit Pause, weil sich der Raum daneben seit etlichen Jahren in eine große Modelleisenbahn-Landschaft verwandelt hat.

Rosenpracht

Und der Garten! Seit der Pensionierung wurde das Areal, das im Laufe der Zeit ziemlich verwildert war, mit viel Aufwand und noch mehr Baumfällaktionen Stück für Stück in eine Parklandschaft mit weit über 100 Rosensträuchern umgewandelt. Offizieller Gratulant zur goldenen Hochzeit war der Zweite Bürgermeister Claus Bittenbrünn, der noch viele gemeinsame glückliche Jahre wünschte.