von unserem Mitarbeiter 
karl-heinz Hofmann

Kronach — Der Bayerische Bauernverband blickt auf sein 70- jähriges Bestehen zurück. Kreisobmann Erwin Schwarz weist darauf hin, dass der Kreisverband Kronach eigentlich erst 1946 gegründet wurde. "Aber wir feiern mit der Gesamtorganisation in Bayern", sagt Schwarz und hebt hervor, dass in Kronach der Bezirkspräsident des BBV Oberfranken, Hermann Greif, als Festredner erwartet wird.
Für Schwarz liegt das Hauptaugenmerk in der Öffentlichkeitsinformation und in der Einbeziehung der Politik in die Probleme der Landwirte. "Landwirtschaft ist sehr vielseitig und jeder hat seinen Nutzen davon, doch es ist bedauerlich, dass kaum noch jemand die positiven Auswirkungen funktionierender landwirtschaftlicher Betriebe wahrnimmt, und es fehlt am Kontakt zu den Landwirten. Dabei haben wir nichts zu verbergen. Deshalb öffnen wir regelmäßig beim Hoffest oder Bauerntag unsere Betriebe. Es kann jeder reinschauen und sich informieren." So auch am Sonntag, 6. September. Ab 12 Uhr wird die Geschäftsstelle in der Weißenbrunner Straße geöffnet sein. Das 70. Jubiläum wird also mit dem Bauerntag und einem Tag der offenen Tür verbunden sein. "In der Geschäftsstelle werden Fotos, Plakate und Dokumente in einer kleinen Ausstellung Aufschluss über die Entwicklung und Veränderungen in der Landwirtschaft in den vergangenen sieben Jahrzehnten geben", informiert der Geschäftsführer des BBV-Kreisverbands Kronach, Harald Köppel.
In einem Pressegespräch weisen Köppel und Schwarz darauf hin, dass derzeit im BBV-Kreisverband Kronach rund 650 landwirtschaftliche Betriebe mit 1600 Mitgliedern organisiert sind. Sie erwähnen, dass in Deutschland immerhin jeder zehnte Arbeitsplatz mit der Landwirtschaft zusammenhängt. Im Landkreis Kronach dürfte dies etwas weniger sein, betont Erwin Schwarz und verweist auf die Schließung etlicher Sägewerke in den vergangenen Jahren und darauf, dass keine Molkerei besteht, nur ein relativ kleiner Schlachthof und Landhandel vorhanden sind.


Preisverfall macht Sorge

Aktuell macht den Bauern der Preisverfall große Sorgen. "Man stelle sich vor", sagt der Kreisobmann, 1984 wurden für den Liter Milch 59,58 Pfennig gezahlt, im Juni 2015 waren es im Schnitt 30,55 Cent, also produzieren und verkaufen wir auf einen Niveau wie vor 30 Jahren.
Dagegen sind natürlich auch die Kosten für die Bauern gestiegen. Die Monteurkosten für eine Reparatur am Schlepper lagen in den 1980er-Jahren bei 46,50 Mark für die Arbeitsstunde, heute muss ich dafür mit 67 Euro pro Stunde rechnen. Früher musste ich dafür 73 Liter Milch produzieren, heute muss ich 219 Liter Milch verkaufen, um den Betrag zu erlösen. Um die Unkosten zu decken, müsste der Milchpreis bei 44 Cent pro Liter liegen."
"Wir haben einen sehr schönen, aber auch sehr wichtigen Beruf, dies wollen wir unter anderem am 6. September verdeutlichen."