Man lernt sich am Arbeitsplatz kennen. Das hält man gemeinhin für eine Erscheinung der letzten Zeit. Doch auch bei Hans und Anna Maria Hilz war das so. Er war in der Weberei, sie in der Näherei der Firma Weber und Ott in Forchheim tätig, als sie sich begegneten. Jetzt feierte das Paar seine diamantenes Ehejubliäum.
Geboren ist Anna Maria in Mandau im Kreis Mies in Tschechien. Infolge der Vertreibung der Sudentendeutschen kam sie 1946 nach Hemhofen und fand Arbeit in Forchheim. Sie fuhr mit dem Zug dorthin. Hans erblickte das Licht der Welt in Oesdorf. Er musste damals mit dem Rad nach Forchheim fahren. Später gab es einen Werksbus, erinnert er sich. Zum Tanzen sind sie als junge Leute auch mit dem Rad gefahren. "Es war eine arme Zeit, aber wir waren zufrieden", sagt sie, obwohl beide viele Jahre Schichtarbeit leisteten.
Das klappte auch wegen Hans' Mutter. "Ich lebte 42 Jahre mit meiner Schwiegermutter in einer Küche", erläutert Anna Maria. "Wir haben Freud und Leid miteinander getragen." Bis die alte Dame nach langer Krankheit mit fast 100 Jahren gestorben ist. "Man muss sich aussprechen. Das ist ganz wichtig, dass man miteinander redet", führt Hans das ins Allgemeine, als seine Erfahrung, wie eine Partnerschaft über Jahrzehnte gelingt. Und auch das Zusammenleben von mehreren Generationen. Zeitweise waren es vier im Hause Hilz, die Oma, das heutige Jubelpaar, der Sohn Lothar mit Frau und den zwei Enkelkindern.
Die standesamtliche Trauung fand in Heroldsbach statt, erzählt das Jubelpaar. Obwohl Oesdorf, Heroldsbach, Thurn und Wimmelbach damals selbstständige Gemeinden waren, gab es nur einen Standesbeamten im größten Ort. Die kirchliche Eheschließung fand aber in der St-Vitus-Kirche im heimatlichen Oesdorf statt. Besonders Hans ist durch Aktivitäten in vielen Vereinen seiner Heimatgemeinde verbunden. Dazu kommt noch bis heute der Gartenbau.
Dem Jubelpaar gratulierten Freunde und Nachbarn, für die Gemeinde Heroldsbach Bürgermeister Edgar Büttner und für den Landkreis Landrat Hermann Ulm.