Kirchehrenbach — Jedes Jahr zum Festtag "Mariä Geburt" machen sich die "Habsbergler" auf den viertägigen Pilgergang, ob es nun regnet, stürmt oder die Sonne vom Himmel brennt. Zwei Tage hin, zwei Tage zurück - von Freitag bis Montag, 75 Kilometer zum Marienheiligtum "Maria Heil der Kranken" auf dem Habsberg in der Oberpfalz, Erzbistum Eichstätt. Begleitet werden sie dabei von Wallfahrtsführer Konrad Welsch und den "Kirchehrenbacher Habsberg-Musikanten".
Für einige von ihnen war es heuer eine Jubiläumswallfahrt. Denn sie wallen seit vielen Jahrzehnten zu dem Gnadenort. So verließen sie mit dem Segen von Pfarrer Oliver Schütz in den frühen Morgenstunden Kirchehrenbach und begaben sich auf ihren Pilgermarsch. Müde, aber glücklich erreichten sie nach einer Übernachtung in Traunfeld den Habsberg, wo sie mit den 50 Kirchehrenbacher Buswallfahrern zusammentrafen. Gemeinsam beteiligte man sich an der großen Frankenwallfahrt mit Festgottesdienst und Lichterprozession, bei der auch viele Pilger aus dem Landkreis Forchheim, auch von der Nachbargemeinde Weilersbach, dabei waren und das Hochamt Monsignore Georg Holzschuh aus Forchheim mitzelebrierte. Der Wallfahrtshöhepunkt in diesem Jahr waren aber die Ehrungen der langjährigen Kirchehrenbacher Fußpilger. Eine besondere Anerkennung erfuhr im Rahmen des Festgottesdienstes Konrad Welsch. Wallfahrtspfarrer Dekan Elmar Spöttle dankte dem sichtlich bewegten "Welsch Konrad" mit anerkennenden Worten dafür, dass er 60 Jahre Wallfahrtsführer ist und überreichte eine Dankurkunde mit einem Geschenk. Auch Hauptzelebrant Weihbischof Pappenberger aus Regensburg gratulierte dem "Konrad".
Außerdem wurden vier weitere Kirchehrenbacher Fußwallfahrer geehrt: Inge Hofmann, Hans Postler und Waldemar Hofmann für ihren 40. sowie Günter Anderl für seinen 30. Pilgergang.
Seit 60 Jahren ist nun der "Welsch Konrad" der Motor der Kirchehrenbacher Habsberg-Wallfahrt. Fußpilger ist er bereits seit 65 Jahren. "Mit 16 Jahren bin ich das erste Mal gelaufen und mit 21 Jahren übernahm ich die Wallfahrtsführung von meinem Vater Johann, der wiederum vor mir 40 Jahre Wallfahrtsführer war", erzählte der 81-jährige Kirchehrenbacher. Welsch wusste auch zu berichten, dass die Kirchehrenbacher Wallfahrt an die 240 Jahre alt ist. "Für mich sind die Pilgertage jedes Jahr eine große persönliche Bereicherung", sagte er. "Wallfahrtsführer bin ich aus religiöser Überzeugung." Heidi Amon