Im Rahmen einer kleinen Feier ehrte das Schulamt Lichtenfels die Schüler aus den Mittelschulen im Landkreis, die mit besonderen Leistungen den besten "qualifizierenden Abschluss" beziehungsweise den besten "mittleren Schulabschluss der Mittelschule" erreicht haben.
Im M-Bereich waren dies bei den Mädchen Tamara Mahr (Mittelschule Altenkunstadt) und bei den Jungen Marco Stark (Herzog-Otto-Schule Lichtenfels). Beim "Quali" schnitten Vanessa Pöhner (Johann-Puppert-Schule Michelau) und Robin Zeis (Herzog-Otto-Schule Lichtenfels) besonders gut ab. Für die Jugendlichen gab es Urkunden und Geschenke.
"Unsere Mittelschulen bieten Erfolg durch Praxis", erklärte Schulamtsdirektor Norbert Hauck. Lehrplan, Fächerangebot und Unterrichtsmethoden kämen durch berufsbezogenes Lernen den Interessen, Lernweisen und Begabungen des Mittelschülers entgegen und würden somit der Schulart ein eigenes Profil geben. Berufsorientierung, Allgemeinwissen und Persönlichkeit sind Hauck zufolge die drei Säulen, die die Mittelschule tragen. "Unsere Schüler gehen in keine Restschule", stellte der Schulamtsdirektor klar. Im Durchschnitt besuchten 30 Prozent aller Schüler die Mittelschule: "Diese Schulart ist wichtig für die Industrie und das Handwerk in unserer Region, da ein Großteil unserer Schüler in der Region bleibt."
Landrat Christian Meißner unterstrich den Wert der Mittelschulen sowohl für den Landkreis wie auch die Kommunen, die sie ausstatten. Gymnasium und Realschule seien nur ein Teil des Bildungssystems. Schön wäre es, wenn die jungen Leute im Landkreis blieben: "An Firmen mangelt es uns nicht."
Namens der Handwerkskammer für Oberfranken, des oberfränkischen Handwerks und der Kreishandwerkerschaft Lichtenfels gratulierte Kreishandwerksmeister Mathias Söllner den Prüfungsbesten zu ihren Leistungen. "In Oberfranken ist das Handwerk ein richtiges Großunternehmen", sagte er. Es gehörten dazu 16 180 Unternehmen mit 74 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 7, 2 Milliarden Euro. Derzeit bilde das Handwerk 5460 Lehrlinge aus. Etwa die Hälfte aller Azubis käme aus den Mittelschulen. "Wer Karriere machen möchte, muss nicht unbedingt studieren", betonte Söllner.
Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln bestätige dies. Ein Meisterabschluss eröffnet seinen Worten zufolge vielversprechende Karriere- und Einkommensperspektiven: "Wer gute Ideen hat, anpacken möchte, Spaß an der Technik hat und versteht, mit Menschen umzugehen, liegt mit einer Ausbildung im Handwerk goldrichtig." Als Geschenk überreichte Söllner den Jugendlichen eine Powerbank für ihr Smartphone. Mit ihr könnten sie die hilfreichen Apps der Handwerkskammer, darunter den "Berufe-Checker" und das "Lehrstellenradar 2.0", jederzeit nutzen.
"Für mich ist ein Mittelschüler schon immer ein guter Schüler gewesen", erklärte Fred Wunder von der Industrie- und Handelskammer. Beruflich ständen den Absolventen alle Wege offen: "Dafür müsst ihr jedoch viel lernen. Das wird euch nicht erspart bleiben." Laut Wunder bildet die IHK derzeit 14 000 Jugendliche aus. Beruf komme von Berufung: "Wenn ihr euch also zu einer Tätigkeit berufen fühlt, dann werdet ihr euren Weg gehen. Ihr werdet gebraucht!" bkl